16.02.2015
FLUG REVUE

Rosetta beobachtet StaubteilchenTschuri bekommt einen neuen Mantel

Rosettas COSIMA-Instrument nimmt den Staubmantel ihres Zielkometen Tschuri unter die Lupe. Die dortigen Körnchen ähneln frappierend dem interplanetaren Staub.

Tschuri 9. Februar

Der Komet auf einer Rosetta-Aufnahme vom 9. Februar. © ESA  

 

Seit die Rosetta-Sonde im vergangenen August ihren Zielkometen Tschurjumow-Gerassimenko erreichte, hat sie rund 70 Prozent von dessen Oberfläche fotografiert. Die Bilder von „Tschuri“ zeigen eine Landschaft, die mal mehr und mal weniger von Staub bedeckt ist. Wie solche Staubpartikel unter dem Mikroskop aussehen, war bislang unbekannt. Nun präsentierten die Kometenforscher Porträts und Untersuchungsergebnisse weitgehend unveränderter Partikel. Die Studie erfasst einen Zeitraum von August bis Oktober 2014, als Tschuri sich der Sonne von anfangs 535 Millionen Kilometern bis auf 450 Millionen Kilometer näherte. Rosetta war während dieser Zeit ihrem Kometen sehr nahe, sie umkreiste ihn meist nur in 30 Kilometern Abstand oder sogar noch näher.

Kometen bestehen aus einem Gemisch aus Wassereis, gefrorenen Gasen, organischen chemischen Verbindungen und Staub. Welche Eigenschaften diese Mischung hat, soll neben zwei weiteren Bordinstrumenten COSIMA klären (Cometary Secondary Ion Mass Analyser). Es wurde von einem internationalen Konsortium gebaut, geleitet vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik in Garching. Jetzt ist das Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) für das Instrument zuständig. Die Hauptaufgabe von COSIMA liegt in der chemischen Untersuchung der Staubpartikel in Tschuris Staub- und Gashülle, der sogenannten Koma.

Um die Analyseeinheit des Instruments genau auf die aufgefangenen mikroskopischen Körnchen auszurichten, verfügt COSIMA über eine Art Zieleinrichtung; diese schießt auch Fotos ihrer Studienobjekte. Beim langsamen Auftreffen der Partikel in COSIMAs Staubsammler, also bei Geschwindigkeiten von einem bis zehn Metern pro Sekunde, sind die Teilchen nur geringeren Zerstörungskräften ausgesetzt. Bei früheren Experimenten, etwa an Bord der Stardust-Sonde der NASA, war dies anders. Dort prallten die Kometenkörnchen mit hohem Tempo auf.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
LTE-Nachfolger ESA-Initiative für 5G-Satelliten

22.06.2017 - Die europäische Raumfahrtagentur ESA und führenden Unternehmen der Satellitenindustrie wollen bei der Entwicklung von Satelliten für das Mobilfunknetz der Zukunft zusammenarbeiten. … weiter

Deutscher ESA-Astronaut So heißt Gersts nächste ISS-Mission

29.05.2017 - Alexander Gerst hat am Montag in Köln den Namen und das Logo seiner nächsten Mission zur Internationalen Raumstation präsentiert. … weiter

Europäische Weltraumorganisation Drohnenversuche in sizilianischen Höhlen

23.05.2017 - Am vergangenen Wochenende beteiligte sich ESA-Astronaut Luca Parmitano an Höhlenforschungen auf Sizilien. Der Einsatz von Drohnen in dunklen, beengten Räumen wurde hier in der Praxis erprobt. … weiter

Neues Raketentriebwerk Reaction Engines baut SABRE-Teststand

09.05.2017 - Das britische Luft- und Raumfahrtunternehmen plant ab 2020 Bodentests mit dem Hybridtriebwerk SABRE. … weiter

Training, ISS, Zukunft als Raumfahrer "Zum Mars, das wär's!" — ESA-Astronaut Alexander Gerst im Interview

16.02.2017 - Im Mai 2016 wurde der ESA-Astronaut Alexander Gerst für seine zweite Langzeitmission im All nominiert. 2018 wird der 40-Jährige als erster Deutscher auf der ISS das Kommando führen. Im Interview … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App