17.01.2011
FLUG REVUE

Überraschungen im Crab-Nebel

Einst glaubte man, der Crab-Nebel im Sternbild Stier sei stabil bezüglich der von ihm ausgehenden Gammastrahlung. Kombinierte Beobachtungen mehrerer Astronomiesatelliten jedoch zeigen, dass die Aktivitäten in dieser Region stark ansteigen.

Crab Nebula befindet sich rund 6500 Lichtjahre von uns entfernt und ist der Überrest der Explosion einer Supernova. Diese war offensichtlich so stark, dass sie im Jahre 1054 von "Sternguckern" auf der Erde als heller Blitz registriert wurde. In der Gegenwart galt der Nebel bis in jüngste Zeit als Quelle beständiger Energieabstrahlung, als "ruhige Kerze" am Himmel, aber nunmehr weiß man, dass diese Kerze ganz schön flackert.

Im Herzen des Nebels rotiert seit dieser Explosion ein superdichter Neutronenstern rund 30-mal pro Sekunde um seine eigene Achse. Astronomen glauben, dass die starke Emission harter Gammstrahlung ein Ergebnis physikalischer Prozesse im Innern dieses Sterns ist. Nunmehr entdeckten sie jedoch, dass die Energiedichte allein von 2008 bis 2010 um etwa sieben Prozent abgenommen hat. Das meldete der Gamma-ray Burst Monitor an Bord des NASA-Satelliten Fermi, und ähnliche Ergebnisse verzeichneten die Satelliten Rossi, Swift und INTEGRAL, letzterer von der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA. Auch im sichtbaren Bereich wurden Lichtschwankungen um 3,5 Prozent registriert.

Bei den Radio- und Röntgenstrahlungen indessen konnten keine Veränderungen festgestellt werden. Insgesamt gibt es rund um den Neutronenstern Röntgenjets, lichtschnelle, als "Pulsarwind" bezeichnete Partikel, eine Staubscheibe aus solchen Partikeln und eine Schockfront, an der sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit enorm verringert. Dieser Pulsar regiert mit seinem starken Magnetfeld den gesamten Nebel. Astronomen auf der gamnzen Welt versuchen nunmehr, dem Gebilde seine Geheimnisse zu entreißen, aber möglicherweise wird das erst mit einer neuen Generation von Astronomiesatelliten möglich sein.

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