06.10.2014
FLUG REVUE

ESA-MarslanderVier wahrscheinliche Landeplätze für ExoMars 2018

Für die ExoMars-Mission 2018 werden derzeit vier mögliche Landestellen in Erwägung gezogen. Der Rover wird auf der Marsoberfläche nach Spuren von früherem oder gegenwärtigem Leben suchen.

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An einem dieser vier möglichen Landeplätze soll 2018 der erste ESA-Marsrover die Arbeit aufnehmen. © ESA  

 

ExoMars ist ein gemeinsames Doppelmissionsprojekt der ESA und der russischen Weltraumagentur Roskosmos. Ihr Orbiter zur Spurengasuntersuchung, der Trace Gas Orbiter (TGO), und ihr Landedemonstrator (EDM; Entry, Descent and Landing Demonstrator Modul) namens Schiaparelli werden voraussichtlich im Januar 2016 Richtung Mars aufbrechen und ihr Ziel neun Monate später erreichen. Der Start des Rovers und der Oberflächenplattform ist für Mai 2018 geplant, ihre Marslandung für Januar 2019.

Die Suche nach einer geeigneten Landestelle für die zweite Mission begann im Dezember 2013 mit dem Aufruf an Wissenschaftler, mögliche Kandidaten vorzuschlagen. Während eines Workshops im April 2014 schlug die Landing Site Selection Working Group (LSSWG) daraufhin acht in Frage kommende Landestellen für ExoMars vor, von denen am Ende des Workshops vier eindeutige Favoriten übrig blieben. Diese vier Kandidaten wurden von einem von der ESA beauftragten Ausschuss erneut überprüft und anschließend offiziell für weitere detaillierte Analysen freigegeben. Jede der vier Landestellen – Mawrth Vallis, Oxia Planum, Hypanis Vallis und Aram Dorsum – befindet sich in relativer Nähe zum Marsäquator.

„Die Marsoberfläche in ihrer heutigen Beschaffenheit bietet keine geeignete Umgebung für lebende Organismen, doch vor dreieinhalb bis vier Milliarden Jahren, als das Klima noch wärmer und feuchter war, könnten primitive Lebensformen dort durchaus existiert haben“, so Jorge Vago, ESA-Projektwissenschaftler für ExoMars. „Unsere Landestelle sollte sich daher in einer Region mit uraltem Gestein befinden, wo Wasser einst in Mengen vorhanden war. Nach unseren ersten Begutachtungen konnten wir vier eindeutige Landestellen festlegen, die sich im Hinblick auf die wissenschaftlichen Ziele der Mission am besten eignen.

Der nächste Schritt im Rahmen der Analysen wird sein, Simulationen durchzuführen, um die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Landung prognostizieren zu können. Diese werden sich auf das jeweilige Erfassungsprofil sowie die atmosphärischen und geländebezogenen Eigenschaften der vier Landestellen stützen. Der Abschluss der Zertifizierung mindestens eines Kandidaten wird im zweiten Halbjahr 2016 angestrebt. Die Entscheidung für die endgültige Landestelle für den ExoMars-2018-Rover soll im Laufe des Jahres 2017 fallen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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