04.11.2009
FLUG REVUE

Vor 40 Jahren startete AZUR

Vor 40 Jahren, am 8. November 1969 um 2.52 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (7. November um 17.52 Uhr Ortszeit), hob eine vierstufige US-Trägerrakete Scout-B vom kalifornischen Raketenstartgelände Vandenberg Air Force Base ab. An Bord war der erste deutsche künstliche Forschungssatellit AZUR.

AZUR

AZUR war der erste deutsche Forschungssatellit. © EADS Astrium  

 

Der erfolgreiche Start und Betrieb von AZUR war ein großer technologischer Fortschritt für die deutsche Weltraumforschung und machte Deutschland zur Raumfahrtnation - bis dahin hatten nur die Sowjetunion, die USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und Australien eigene Satelliten ins All gebracht.

AZUR - auch German Research Satellite-1 (GRS-1) genannt - hatte eine Masse von 72,6 Kilogramm, eine Länge von 115 Zentimetern und einen Durchmesser von 66,2 Zentimetern. Er wurde in eine stark elliptische, polare Umlaufbahn gebracht - der erdnächste Punkt (Perigäum) seiner Umlaufbahn war 391 Kilometer von der Erde entfernt, der erdfernste (Apogäum) 3228 Kilometer.

Um sieben ausgewählte Experimente durchführen zu können, befanden sich wissenschaftliche Geräte mit einer Gesamtmasse von 17 Kilogramm an Bord - zur Untersuchung der kosmischen Strahlung, ihrer Wechselwirkung mit der Magnetosphäre der Erde, mit der Hochatmosphäre und insbesondere mit dem inneren Van-Allen-Strahlungsgürtel, sowie zur Erforschung der Polarlichter und der Variation des Sonnenwindes bei Sonneneruptionen.

Am 29. Juni 1970 brach die Verbindung zu AZUR aus unbekannten Gründen ab. Vermutet wird, dass Strahlung den Datensender beschädigte. Mit 233 Tagen wurde die geplante Lebensdauer von einem Jahr zwar nicht erreicht, aber das Projekt war wissenschaftlich und technologisch ein großer Erfolg für Deutschland - der erste Schritt in den Weltraum war gelungen.

 




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