04.05.2011
FLUG REVUE

Vor 50 Jahren: Der erste US-Amerikaner im All

Am 5. Mai 1961, drei Wochen nach dem ersten bemannten Raumflug Juri Gagarins, hob am Cape Canaveral in Florida die Trägerrakete Mercury Redstone MR-3 ab und beförderte die Raumkapsel "Freedom 7" mit Alan B. Shepard auf eine ballistische Bahn.

Auch wenn dieser Hüpfer nur 15 Minuten und 28 Sekunden dauerte, die Flughöhe bei 215 Kilometern und die Weite bei 560 Kilometern lag, so feierten die USA das Ereignis dennoch als ersten bemannten Raumflug. Nach Sputnik und Gagarin-Schock brauchte die gebeutelte Volksseele ein Erfolgserlebnis, und Sheperd wurde als Held gefeiert.

Der Flug sollte beweisen, dass Menschen in der Schwerelosigkeit leben und arbeiten können, und die Funktionsfähigkeit der verschiedensten Baugruppen des Systems Rakete-Raumkapsel testen. Dennoch war allen Beteiligten klar, dass die Sowjetunion im Wettlauf um Raumfahrterfolge immer noch klar vorn lag: Nachdem Präsident Eisenhower im März 1958 das Programm MISS ins Leben gerufen hatte (Man in Space Soonest), konnten die Amerikaner nur auf die kleine, aus einer Kampfrakete abgeleitete Trägerrakete Redstone zurückgreifen, was die Nutzlastkapazität stark einschränkte.

Dementsprechend fiel auch die einsitzige Mercury-Kapsel nur winzig aus - mit 2,7 Metern Höhe und einem Basisdurchmesser von 1,8 Metern war sie nicht viel mehr als eine Sardinenbüchse, als die sie die Astronauten der ersten Auswahlgruppe "Mercury Seven" gern bezeichneten. Aus diesem Grund verfügten die Kapseln auch über keinerlei wissenschaftliche Ausrüstung.

Sheperds Mission folgte am 21. Juli 1961 noch ein weiterer ballistischer Flug mit Virgil Grissom in der Kapsel "Liberty Bell 7", bevor am 20. Februar 1962 John Glenn den ersten "echten" bemannten Raumflug eines US-Amerikaners absolvierte. Da stand für seine Kapsel "Friendship 7" bereits die etwas stärkere Atlas-Rakete zur Verfügung, so dass Glenn immerhin dreimal die Erde umkreisen konnte. Die Sowjets aber lagen noch immer für lange Zeit uneinholbar vorn.

Alan Shepard flog zehn Jahre nach seinem Hüpfer als Kommandant von Apollo 14 zum Mond, war Chef des Astronaut Office der NASA und ging 1974 in Pension. Er starb am 21. Juli 1998 im Alter von 75 Jahren.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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