23.04.2013
FLUG REVUE

Wasser in der Jupiteratmosphäre stammt von Komet

Astronomen konnten anhand von Daten des ESA-Astronomiesatelliten Herschel nachweisen, dass das Wasser in der Stratosphäre des Gasriesen vom spektakulären Eintritt des Kometen Shoemaker-Levy 9 im Jahre 1994 stammt.

Die Herkunft des Wassers in der oberen Atmosphäre des Jupiters war den Astronomen schon lange ein Rätsel, doch nun sind sie sich sicher: Als im Juli 1994 der Komet Shoemaker-Levy 9 von der Anziehungskraft des riesigen Planeten in 21 größere Bruchstücke zerrissen wurde und diese anschließend wie Perlen auf einer Schnur in die dichteren Atmosphärenschichten über der Südhalbkugel eintraten, war dieses eine Woche andauernde Ereignis die erste außerirdische Kollision innerhalb unseres Sonnensystems, die von bodengebundenen Teleskopen und Satelliten gleichermaßen beobachtet wurde.

Kurz darauf wies der ESA-Satellit ISO (Infrared Space Observatory) erstmals Wasser in der Jupiteratmosphäre nach, und Astronomen vermuteten, dass der Komet der "Lieferant" gewesen sein könnte. Beweise für diese Hypothese mussten sie allerdings bisher schuldig bleiben. Indessen konnte eine interne Quelle ausgeschlossen werden, denn die Troposphäre und die Stratosphäre des Gasplaneten werden von einer extrem kalten Sperrschicht getrennt, die für Wasserdampf undurchlässig ist. Erst Herschel gelang es nachzuweisen, dass es auf der Südhalbkugel bis zu dreimal mehr Wasser gibt als im Norden und sich dieses außerdem in großer Höhe rings um die Einschlagstellen von 1994 konzentriert. Als auch angenommene äußere Quellen nicht in Frage kamen, blieb der Komet als einziger "Schuldiger" zurück.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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