05.10.2010
FLUG REVUE

WISE wärmt sich für die Kometenjagd auf

Der NASA-Infrarotsatellit WISE (Wide-field Infrared Survey Explorer) hat seine Hauptaufgabe erfüllt. Nachdem das an Bord befindliche Kühlmittel (gefrorener Wasserstoff) verbraucht ist und der Satellit den Sternhimmel eineinhalb Mal komplett im infraroten Wellenbereich abgebildet hat, steht ihm nun eine neue Aufgabe bevor.

Der Satellit war am 14. Dezember 2009 an Bord einer Delta-II-Trägerrakete von der Vandenberg Air Force Station in Kalifornien aus gestartet worden und hat seitdem mit seinem 40-cm-Teleskop den gesamten Sternenhimmel gescannt. Dabei machte er von seiner polaren Umlaufbahn aus mehr als 1,8 Millionen Infrarotaufnahmen. Sie bilden nunmehr einen Katalog, der hunderte Millionen stellarer Objekte beinhaltet. Eine erste Rate ausgewerteter Daten soll der wissenschaftlichen Gemeinschaft im Frühjahr 2011 vorgestellt werden.

WISE hat sich inzwischen auf minus 203 Grad Celsius "aufgewärmt" und kann deshalb die meisten der schwachen Wärmequellen in den Tiefen des Universums nicht mehr erkennen. Dennoch hat die NASA beschlossen, den Satelliten für mindestens vier Monate weiter zu betreiben. Der neue Missionsname lautet jetzt NEOWISE Post-Cryogenic Mission, wobei NEO die Abkürzung ist für Near Earth Objects. Darunter fassen Astronomen all jene Himmelskörper zusammen, welche sich auf verschiedenen Bahnen der Erde nähern und ihr möglicherweise gefährlich werden können.

Weil zwei der an Bord befindlichen vier Infrarotdetektoren auch in wärmerer Umgebung funktionieren, können sie für die "Jagd" auf Kometen und Asteroiden genutzt werden. Bis heute hat WISE 19 Kometen und mehr als 33500 Asteroiden entdeckt, darunter 120 NEOs.

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MG


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