23.04.2010
FLUG REVUE

Erstflug der X-37X-37 zum ersten Testflug ins All gestartet

Heute Nacht, um 23.52 Uhr Ortszeit, startete auf der Cape Canaveral Air Force Station eine Trägerrakete Atlas V 501, die den Testraumgleiter X-37 von Boeing auf eine Erdumlaufbahn beförderte.

X-37 startet zum Erstflug

Die X-37 kurz vor der Einkapselung in der Nutzlastspitze der Trägerrakete. © Boeing  

 

Das experimentelle Raumflugzeug war ursprünglich im Auftrag der NASA gebaut worden und sollte als Versuchsflugkörper für die Erprobung von insgesamt 41 neuen Technologien für die Entwicklung künftiger, wieder verwendbarer Raumtransportsysteme dienen. Ein entsprechender Vertrag datiert bereits auf den 14. Juli 1999. Die X-37 sollte laut ursprünglicher Planung als unbemanntes Flugobjekt in der Ladebucht eines Space Shuttles in den Orbit transportiert werden, doch nach der Columbia-Katastrophe änderte man das Design dahingehend, dass der Gleiter nunmehr unverkleidet auf der Spitze einer Delta-II-Rakete starten konnte. Wegen der Befürchtungen, beim Aufstieg könne es zu unkontrollierten aerodynamischen Problemen kommen, stieg man schließlich auf die Verkleidung an der Spitze einer Atlas V um.

Änderungen in der Planung der NASA für die Zukunft der US-Raumfahrt führten dazu, dass das Projekt im September 2004 an die US-Rüstungsbehörde DARPA (Defence Advanced Research Projects Agency) abgegeben wurde, wo weitere Untersuchungen innerhalb des militärischen Programms OSP (Orbital Space Plane) stattfanden. Andernfalls wäre die X-37 mit ziemlicher Sicherheit bei der NASA gestrichen worden.

Am 23. Juni 2005 erhob sich die X-37 erstmals zu einem Testflug in die Luft, getragen von Burt Rutans futuristischem Flugzeug „White Knight“, genau ein Jahr, nachdem dieses Trägerflugzeug das Raumflugzeug „SpaceShipOne“ zu seinem ersten suborbitalen Flug geschleppt hatte. Die DARPA bezeichnete den Flugkörper inzwischen als ALTV (Approach and Landing Test Vehicle). Weitere Tests fanden mit einem verkleinerten Modell namens X-40A statt.

In Zeiten, wo der US-Präsident das ambitionierte Constellation-Programm gestrichen hat und der US-Raumfahrt eine neue, abgespeckte Planung vorschrieb, gibt es eine Menge Spekulationen um den Zweck der jetzigen Testflüge. Neben einer möglichen militärischen Verwendung als Waffen- oder Aufklärungsplattform könnte der Raumgleiter, der ausschließlich aus dem Verteidigungshaushalt finanziert wird, bei Erreichen der Flugreife eventuell auch kommerziell genutzt werden. Immerhin könnte sie Nutzlasten nicht nur in der Umlaufbahn deponieren, sondern auch wieder zurückbringen.

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MG


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