04.09.2013
FLUG REVUE

DLR-ForschungZehn Jahre DLR-Forschung zu Treibhausgasen

Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan (CH4) sind die beiden einflussreichsten vom Menschen verursachten Treibhausgase in unserer Atmosphäre. Sie sind maßgeblich für den Klimawandel und die Erderwärmung verantwortlich.

co2

Die globale Verteilung von Kohlendioxid. © DLR  

 

Als im Jahr 2002 das deutsch-niederländisch-belgische Instrument SCIAMACHY (Scanning Imaging Absorption Spectrometer for Atmospheric Chartography) auf dem ESA-Umweltsatelliten ENVISAT erstmals genutzt werden konnte, um per Satellitenmessung CO2 und CH4 in der Atmosphäre aufzuspüren, war das ein Meilenstein für die Klimaforschung. Das DLR hat diese wichtige Arbeit zur Klimaforschung von Beginn an über sein Raumfahrtmanagement mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unterstützt. Nun haben Forscher der Universität Bremen erstmals über den Gesamtzeitraum der ENVISAT-Mission SCIAMACHY- Daten ausgewertet und so ein vollständiges Bild über zehn Jahre CO2- und CH4-Entwicklung erhalten.

Aus dem Weltall lässt sich erkennen, wo permanent erhöhte Konzentrationen zu finden sind. Daraus können Rückschlüsse auf die Ursachen gezogen werden. „Atmosphärisches CO2 nimmt trotz aller internationalen Anstrengungen zur Emissionsreduktion beständig zu, und zwar derzeit um etwa 0,5 Prozent jährlich. Beim Methan ist die Lage komplizierter: Bis 2006 war es nahezu konstant, aber seit 2007 steigt es mit etwa 0,3 bis 0,5 Prozent pro Jahr an“, erklärt Dr. Michael Buchwitz vom Institut für Umweltphysik der Universität Bremen.

Die Hauptquelle von CO2 ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas durch Verkehr, Industrie oder im Haushalt. Jährlich werden vom Menschen rund 36 Milliarden Tonnen in die Atmosphäre geblasen - Tendenz steigend. Während etwa die Hälfte von natürlichen Senken wie Ozeanen oder großflächigen Waldgebieten aufgenommen wird, verbleiben die restlichen 50 Prozent langfristig in der Atmosphäre. Wie sich diese natürlichen Senken in der Zukunft verhalten werden, ist jedoch unklar, und daher ein wichtiger aktueller Forschungsschwerpunkt. Auch Methan wird maßgeblich vom Menschen freigesetzt: Kohleabbau, Öl- und Gasgewinnung, undichte Leitungen, Müllentsorgung sowie Viehzucht kommen als Quellen infrage. Die Konzentration von Methan ist noch sehr viel kleiner als von CO2. Seine klimaschädliche Wirkung pro Kilogramm ist aber 25mal stärker.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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