15.05.2014
FLUG REVUE

Ein Schweifstern entstehtZielkomet der Mission Rosetta wird aktiv

Der Komet 67P/Tschurjumov-Gerassimenko, Ziel der ESA-Mission Rosetta, hat begonnen eine Staubkoma auszubilden. Das zeigt eine Abfolge von Bildern, die das wissenschaftliche Ka-merasystem OSIRIS zwischen dem 27. März und dem 4. Mai dieses Jahres aufgenommen hat.

Rosetta aktiv 1

Auf den OSIRIS-Bildern ist bereits deutlich der sich ausbildende Kometenschweif zu erkennen. © ESA/MPS  

 

In den Bildern, die von Ende April stammen, ist der Staub, den der Komet ausspuckt, bereits als entstehende Koma klar erkennbar. Die Staubhülle reicht etwa 1300 Kilometer ins All. Wissenschaftler des OSIRIS-Teams präsentierten diese neuen Ergebnisse bei einem Treffen am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Nähern sich Kometen der Sonne, verdampfen leichtflüchtige Gase von ihrer Oberfläche und reißen Fontänen aus winzigen Staubteilchen mit sich. Gase und Staub bleiben durch die Schwerkraft zum Teil an den Kometenkern gebunden und speisen die so genannte Koma, die Atmosphäre des Kometen.

Noch trennen den Schweifstern mehr als 600 Millionen Kilometer von der Sonne. Das entspricht mehr als dem Vierfachen des Abstandes zwischen Erde und Sonne. Dass der Komet schon früh beginnt aktiv zu werden, bietet Forschern die Gelegenheit, Staubentwicklung und Strukturen innerhalb der Koma bereits in einer frühen Missionsphase zu untersuchen. Aus den periodischen Helligkeitsänderungen, die der Komet im Laufe mehrerer Stunden zeigt, konnte das OSIRIS-Team nun auch die Zeit berechnen, die der Körper für eine Umdrehung benötigt. Mit 12,4 Stunden ist diese Zeitspanne etwa 20 Minuten kürzer als bisher angenommen.

Das wissenschaftliche Kamerasystem OSIRIS wurde von einem Konsortium unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit CISAS, Universität Padova (Italien), Laboratoire d'Astrophysique de Marseille (Frankreich), Instituto de Astrofísica de Andalucia, CSIC (Spanien), Scientific Support Office der ESA (Niederlande), Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (Spanien), Universidad Politéchnica de Madrid (Spanien), Department of Physics and Astronomy of Uppsala University (Schweden) und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der TU Braunschweig gebaut. OSIRIS wurde finanziell unterstützt von den Weltraumagenturen Deutschlands (DLR), Frankreichs (CNES), Italiens (ASI), Spaniens (MEC) und Schwedens (SNSB).

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
ESA-Ministerratskonferenz 10 Milliarden Euro für die europäische Raumfahrt

05.12.2016 - Bei der ESA-Ministerratskonferenz im schweizerischen Luzern haben die 22 ESA-Mitgliedsstaaten sowie Slowenien und Kanada 10,3 Milliarden Euro für Weltraumtätigkeiten und -programme bewilligt. … weiter

Deutscher ESA-Astronaut Alexander Gerst träumt von Flug zum Mond

25.11.2016 - Seit einem halben Jahr trainiert der ESA-Astronaut für seinen zweiten Flug zur ISS 2018. Und er denkt schon weiter. … weiter

75. Starterfolg in Serie Ariane 5 ES bringt vier Galileo-Satelliten ins All

17.11.2016 - Erstmals beförderte eine Ariane 5 vier Galileo-Satelliten gleichzeitig in den Orbit. Damit besteht die Konstellation des europäischen Satellitennavigationssystems nun aus 18 Satelliten. … weiter

Asteroid Impact Mission der ESA Nächste Phase der Asteroidenabwehr-Mission

09.11.2016 - Lassen sich Asteroiden, die auf Kollisionskurs mit der Erde sind, ablenken? Diese Frage soll die Asteroid Impact Mission beantworten. Die endgültige Entscheidung über die Umsetzung steht zwar noch … weiter

Europäisch-russische Marsmission ExoMars Schiaparelli ist abgestürzt

24.10.2016 - Das Landemodul der ExoMars-Mission ist offenbar mit hoher Geschwindigkeit auf der Marsoberfläche aufgetroffen. Darauf deuten Fotos des amerikanischen Mars Reconaissance Orbiter hin. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App