15.12.2010
FLUG REVUE

Zweite Runde des CCDev-Programms für Boeing

Boeing hat sich am 13. Dezember 2010 für die zweite Runde des CCDev-Programms der NASA angemeldet (Commercial Crew Development). Das Unternehmen will die bemannte Raumkapsel CST-100 und die dafür erforderliche Trägertechnik entwickeln und der NASA anbieten.

Zweite Runde des CCDev-Programms für Boeing

Mit dieser Rumkapsel will Boeing kommerzielle Flüge zur ISS durchführen. © Boeing  

 

Nach der Streichung des Constellation-Programms zur künftigen US-Raumforschung wird die NASA für den Zeitraum von mehreren Jahren keine Transportkapazitäten für Astronauten und Fracht zur Internationalen Raumstation haben und ist somit auf Mitfluggelegenheiten bei anderen ISS-Partnern angewiesen. Zwar wird das Projekt einer abgespeckten Version des Orion-Raumflugsystems weiter verfolgt, doch auch das geschieht nur auf Sparflamme und lässt die zeitliche Lücke bis zu einem eigenen Zugang ins All nicht schrumpfen.

Aus diesem Grunde hat die NASA das Programm CCDev ins Leben gerufen und die Raumfahrtkonzerne der USA aufgefordert, kommerzielle Raumkapseln und Trägerraketen zu entwickeln, welche die NASA dann für ihre Zwecke anmieten kann. Brewster Shaw, Ex-Astronaut und heute Vizepräsident bei Boeings Space-Exploration-Abteilung, kündigte an, sein Unternehmen werde ein solches Komplettsystem bis 2015 flugfertig haben und dann auch schon den ersten bemannten Flug durchführen können.

Das CST-100 basiert auf dem Orion-Entwurf, ist jedoch einfacher aufgebaut und nur für Flüge in erdnahe Umlaufbahhnen gedacht (Orion sollte einst Flüge zum Mond durchführen). Die Kapsel soll sieben Astronauten transportieren können und bis zu zehnmal wiederverwendbar sein. Mit der Unterteilung in ein Crew- und ein Service-Modul ähnelt es den Apollo-Raumschiffen vom Ende der 1960er Jahre. Das Basic-Design wurde gemeinsam mit der NASA bereits im Oktober dieses Jahres ausgearbeitet und inzwischen bestätigt.



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