13.09.2011
FLUG REVUE

Zwillingssonden auf dem Weg zum Mond

Die NASA startete am 10. September 2011 an Bord einer Delta-II-Rakete zwei neue Sonden zum Mond. Der Liftoff erfolgte von der Cape Canaveral Air Force Station in Florida aus, und kurz darauf trennten sich die Sonden von der Oberstufe.

Grail (Gravity Recovery and Interior Laboratory) dient der exakten Bestimmung des Schwerefeldes des Erdtrabanten. Dazu werden die beiden Sonden in genau abgestimmte Flugbahnen um den Mond gebracht, die sich - je nach den überflogenen Kratern Gebirgen oder Massekonzentrationen unter der Oberfläche - entwereder einander nähern oder voneinander entfernen. Diese Abweichungen werden von einem hochpräzisen Bordinstrument namens Lunar Gravity Ranging System (LGRS) gemessen - auf wenige Mikron genau!

Diese Technologie basiert auf jener, welche bereits beim deutsch-amerikanischen Satelliten GRACE erfolgreich eingesetzt worden war. Die Satellitenkörper selbst wiederum gleichen denen der ESS-11-Mission der US Air Force, einem Technologieträger, während die Avionik vom Mars Reconnaissance Orbiter abgeleitet wurde. Zusätzlich hat jeder der Flugkörper noch das Bildgewinnungssystem MoonKAM an Bord, dessen Bilder vor allem für Ziele der Bildung und der Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden sollen.

Die Sonden GRAIL-A und GRAIL-B sind jeweils rund 200 kg schwer und nahezu baugleich. Nur die Anbringung der Antennen, welche für die Signalübertragung zur exakten Bahnführung erforderlich sind, machte einige Änderungen in der Unterbringung der übrigen Bordsysteme erforderlich. Bahnänderungen und -korrekturen erfolgen mittels eines Hydrazintriebwerks und acht kleiner Warmgas-Korrekturtriebwerke.

Beide Sonden werden zunächst bis zu vier Monate brauchen, um den Mond zu erreichen, was es ermöglichte, die relativ kleine Trägerrakete Delta II einzusetzen. Danach haben die Spezialisten der Bodenkontrolle etwa zwei Monate angesetzt, in denen die Flugbahnen genau aufeinander abgestimmt werden. Die reine Wissenschaftsphase zur Ermittlung des Schwerefeldes des Mondes wird schließlich 82 Tage dauern.

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flugrevue.de/Matthias Gründer



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