28.08.2007
FLUG REVUE

28.8. - Bergwacht Hubi-Training

Zum Schutz der Umwelt verlegt Bergwacht Flugtraining in die Halle 28.08.2007 | 11:15 Uhr   München/Bad Tölz (ots) -

Neues Hubschrauber-Simulationszentrum soll in Bad Tölz entstehen -
DBU gibt 500.000 Euro

Wenn's lebensgefährlich wird, ist sie da. 12.000mal im Jahr. Und
weil es in den Bergen oft unwegsam ist, benötigt die Bergwacht Bayern
Hubschrauber. Doch die Einsätze sind schwierig und wollen geübt sein.
Die Trainingsflüge allerdings verstören mit ihrem Lärm Wild und
Wanderer und pusten pro Jahr 3.000 Tonnen klimaschädigendes
Kohlendioxid in die Luft. Das soll sich ändern. Mit 500.000 Euro
unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Bau eines
Simulationszentrums für die Berg- und Luftrettung in Bad Tölz, das
rund 3.300 Trainingsflugstunden in der Natur einsparen und in die
Halle verlegen soll. DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde
überreichte heute dem Vorsitzenden der Bergwacht Bayern,
Landtagspräsident Alois Glück, die Bewilligung der Fördermittel.
Brickwedde: "Es bestehen gute Chancen, dass Bad Tölz zum Modell für
andere Bundesländer und Nachbarstaaten wird - mit erheblichen
Entlastungen für Umwelt und Natur."

Gegenwärtig würden in Bayern jährlich an rund 100 Tagen mit einem
Hubschrauber Rettungsaktionen trainiert, erläuterte Brickwedde. Mit
den An- und Abflugzeiten führe dies zu etwa 450 Flugstunden, in denen
etwa 160.000 Kilogramm Kerosin verbrannt und die Umwelt durch starken
Lärm von bis zu 70 Dezibel in 300 Metern Entfernung belastet würden.
Um die Maßnahmen im erforderlichen Umfang trainieren zu können, seien
je Einsatzkraft und Hubschraubertyp jährlich etwa 30 Flugminuten
notwendig. Das bedeute, dass alleine für die Durchführung der
Bergrettung jährlich etwa 3.500 Einsatzkräfte an zwei bis drei
verschiedenen Hubschraubern trainiert werden müssten.

Bei 3.300 Flugstunden pro Jahr ergebe das eine Einsparung von
annähernd 3.000 Tonnen Kohlendioxid, ein Wert, für den 30.000
Kühlschränke ein Jahr lang betrieben werden könnten. Mit der neuen
Simulationsanlage sei davon auszugehen, dass nur noch etwa 250
Flugstunden im "echten" Einsatzgelände erforderlich seien. Das
bedeute, dass nur etwa 7,5 Prozent der erforderlichen Flugstunden mit
einer Belastung der Umwelt verbunden seien. Glück: "Die komplette
Entwicklung und der Bau des Simulationszentrums sowie der fünfjährige
Betrieb sind nicht teurer als die 3.300 Flugstunden, die jährlich
eingespart werden."

In der 25 mal 60 Meter großen und 20 Meter hohen Halle soll mit
einem krangestützten Simulator der Anflug an die Unfallstelle, das
Abseilen mehrerer Personen vom Hubschrauber und die Aufnahme von
Verletzten und Rettungspersonal in den Hubschrauber, die Rettung aus
einer Felswand, einer Seilbahn oder einem Wasserfall geübt werden -
auch unter Tag- und Nachtbedingungen, bei künstlichem Nebel,
Niederschlag und Wind.

Da vergleichbare Anforderungen aber nicht nur bei der Bergrettung
vorlägen, sondern überall dort, wo aus Hubschraubern Menschen
abgeseilt oder wieder aufgenommen werden müssten, könne das
Simulationszentrum neben den Einsatzkräften der Bergwacht Bayern auch
alle anderen Rettungs- und Sicherheitsdienste trainieren. Brickwedde:
"Ehrenamtler können zu jeder Tages- und Nachtzeit trainieren. Die
Umwelt aber wird nur im zwingend erforderlichen Umfang durch Fluglärm
und Abgase belastet. Die nachhaltige Bauweise und die Entwicklung
eines Rohstoffe schonenden Energiekonzeptes des Zentrums wird die
Belastung der Umwelt zusätzlich mindern."

Gegenstand des DBU-Förderprojektes ist die Simulationsanlage, so
Brickwedde. Diese setze sich zusammen aus den Kranbahnen, dem
spezialisierten Brückenkran, der Stromversorgung vom Transformator
bis zur Kranbahn, der Geräteträger für die Hubschrauberzelle, der
Steuerungssoftware und weiteren Spezialeinbauten. Die Gebäude selbst
würden nicht von der DBU gefördert. Baubeginn soll im Herbst sein.
Die Inbetriebnahme ist für Ende 2008 geplant.




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