04.08.2011
FLUG REVUE

AF447: BEA kündigt Abschlussbericht bis Mitte 2012 anAF447: Endbericht zum Absturz bis Mitte 2012

Die französische Unfalluntersuchungsbehörde BEA hat bis Mitte 2012 das Erscheinen des Abschlussberichts zum Air-France-Absturz im Südatlantik angekündigt.

Die BEA beklagte am Mittwoch, die Integrität ihrer Untersuchung sei in der Presse angezweifelt worden, nachdem eine nachträgliche Änderung im jüngsten Zwischenbericht bekannt gemacht worden war. Dabei war es um den Aspekt der Stall-Warnung gegangen. Zu diesem Thema war ein geplantes Kapitel gelöscht worden.

Ein Stall (Strömungsabriß) ist ein Flugzustand, bei dem die Strömung am Flügel nicht mehr anliegt, sondern turbulent verläuft (verwirbelt) und keinen Auftrieb mehr liefert.

Die Stall-Warnung in der abgestürtzen A330 war planmäßig bei der Annäherung an eine viel zu geringe Geschwindigkeit ausgelöst worden, dann aber beim weiter immer langsamer werdenden Flugzeug trotz andauernden Stalls wieder verstummt, als die Sensoren des Flugzeugs keine ausreichende Vorwärtsgeschwindigkeit (weit unterhalb der Fluggeschwindigkeit) mehr registrierten, die noch eine sinnvolle Geschwindigkeitsmessung ermöglicht hätte. Dies könnte die Piloten verwirrt haben, so die Kritiker. Der Aspekt hätte nicht aus dem Zwischenbericht gestrichen werden sollen, lautete ihre Kritik.

Die BEA erklärte, die Behandlung des Themas Stall sei ihr zum jetzigen Zeitpunkt voreilig erschienen. Zunächst solle ihre Arbeitsgruppe "Flugzeugsysteme" die Arbeit abschließen. Außerdem solle eine zusätzliche Arbeitsgruppe "Humanfaktoren" gegründet werden und ebenfalls mitarbeiten. Letztere werde aus Spezialisten bestehen und alle Aspekte aus dem Bereich "Mensch-Maschine-Schnittstelle" der letzten Flugminuten analysieren.

Erst danach werde bis Mitte 2012 ein vollständiger Endbericht auf wissenschaftlicher Basis und in Zusammenarbeit mit der EASA erscheinen. Er werde gegebenenfalls auch Empfehlungen zum Thema Stall-Warnung enthalten.

Die jetzige Debatte behandle Empfehlungen zum Thema extremer Anstellwinkel, die weder jemals bei Testflügen erflogen, noch theoretisch berücksichtigt worden seien. Die Warnung sei hier 54 Sekunden lang ununterbrochen ertönt, ohne dass die Besatzung Gegenmaßnahmen eingeleitet habe. Dieser Umstand müsse mit Vorrang analysiert werden.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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