01.08.2011
FLUG REVUE

AF447: BEA gibt zehn SicherheitsempfehlungenAir France-Absturz: BEA gibt Sicherheitsempfehlungen

Bei der Vorlage ihres dritten Zwischenberichts zum Absturz eines Airbus A330-200 der französischen Fluggesellschaft Air France hat die französische Unfalluntersuchungsbehörde BEA auch neue Sicherheitsempfehlungen ausgesprochen.

 

Die Analyse des Flugablaufs anhand der Auswertung der Flugschreiber habe es ermöglicht, neue Sicherheitsempfehlungen zu formulieren, so die BEA. Drei dieser Empfehlungen bezögen sich auf den Betrieb.

Man empfehle den Regulierungsbehörden, die Ausbildung in manueller Flugzeugsteuerung zu verbessern. Dazu solle man den Inhalt der Ausbildungs- und Überprüfungsprogramme überarbeiten und dabei insbesondere die  Einführung  spezifischer  und  regelmäßiger Übungen  für die manuelle Steuerung, eines beginnenden Strömungsabrisses und dessen Beendigung, einschließlich in großer Flughöhe, vorschreiben.

Außerdem empfehle man den Regulierungsbehörden, zusätzliche Kriterien für den Zugang zur Funktion des stellvertretenden Flugkapitäns (Senior First Officer) festzulegen, um bei verstärkten Besatzungen eine bessere Verteilung der Aufgaben zu gewährleisten. Der Senior First Officer ist ein zusätzlicher Copilot, der als dritter Mann im Cockpit mitfliegt, um den Kapitän in dessen Ruhepausen zu vertreten.

Auch bei der Zulassung von Flugzeugen empfiehlt die BEA eine Änderung: Zur Messung des Anstellwinkels schlage man vor, einen Anstellwinkelmesser vorzuschreiben, der ständig von den Piloten ablesbar sei.

Zum Thema Flugschreiber schlägt die BEA die Einführung von Video-Aufzeichnungsgeräten im Cockpit vor. Diese sollten für den öffentlichen Passagiertransport vorgeschrieben werden. Diese Bildrekorder müssten es ermöglichen, das gesamte Instrumentenbrett zu beobachten.

Außerdem sollten zusätzliche Werte aufgezeichnet werden und die Auswertung soller strikter geregelt werden. Bei Notfällen solle automatisch eine Datenfernübertragung beginnen. Außerdem solle automatisch ein ELT-Peilsender aktiviert werden.

Der dritte Zwischenbericht der BEA vom 29. Juli hatte sich mit dem Zwischenstand der Auswertung von Flugschreiber und Cockpit-Stimmenrekorder befasst. Die BEA hatte darin Mängel im Verhalten der Crew, in ihrer Ausbildung und in der Behandlung der durch eingefrorene Pitot-Sonden entstandenen Störungen der Geschwindigkeitsanzeigen festgestellt. In der Folge war das Flugzeug durch Langsamflug nach einem manuellen, steilen Steigflug in einen Strömungsabriß geraten und aus Reiseflughöhe abgestürzt, ohne dass es der Besatzung gelungen war, die Kontrolle über das Flugzeug zurück zu gewinnen.

 

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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