22.09.2015
aero.de

Sanierungairberlin droht großer Knall mit den Piloten

Bei airberlin zeichnet sich ein Verlust weiterer Arbeitsplätze in der Luft und am Boden ab. Am 29. Oktober will sich airberlin-Chef Stefan Pichler vom Aufsichtsrat das Mandat zur Umsetzung eines neuen Sanierungsplans geben lassen. Tage später stehen Gespräche mit der Personalvertretung an.

airberlin Crew Einstieg (airberlin)

Im ersten Halbjahr 2015 hat airberlin erneut rote Zahlen eingeflogen. Foto und Copyright: airberlin  

 

"Die Frage ist nicht, ob weitere Arbeitsplätze gestrichen werden, sondern wo, wie, wann und wie viele", sagte eine mit der Sachlage vertraute Person aero.de am Montag.

Pichlers Sanierungsplan sehe unter anderem den Abbau von 200 Stellen in den Cockpits und 300 Arbeitsplätzen in der Verwaltung vor, berichtete die "Rheinische Post" am Samstag. Die Kabine werde weitgehend verschont, hier könne airberlin den Personalbedarf gut über die natürliche Fluktuation anpassen.

Die Pilotenvereinigung Cockpit spielt nach Informationen der "Rheinischen Post" bereits Streikszenarien durch. "Gut möglich, dass wir airberlin ähnlich massiv wie die Lufthansa unter Druck setzen müssen", sagte ein Cockpit-Insider.

airberlin versucht die drohende Konfrontation mit ihren Piloten zu entschärfen und bemüht sich um Beschäftigungsalternativen außerhalb des eigenen Hauses. Einige airberlin-Piloten könnten bei Cargolux unterkommen, heißt es im Unternehmensumfeld. airberlin will das nicht kommentieren.

"Jeder Bereich des Unternehmens wird beim Sparen helfen müssen", sagte Pichler in einem aktuellen Interview der "WirtschaftsWoche". airberlin habe Kosten aber bereits "ohne große Entlassungen" gesenkt. "Allein, dass wir die Flotte bis Mitte 2016 fast komplett auf Airbus-Modelle umstellen, spart zusätzlich gut drei Prozent der Kosten."

Im ersten Halbjahr hatte die Fluggesellschaft erneut rote Zahlen eingeflogen. Unter dem Strich stand ein Minus von 247,6 Millionen Euro - nach rund 200 Millionen im Vorjahr. Der operative Verlust (EBIT) fiel mit 175,8 Millionen Euro um sieben Prozent geringer aus als in der ersten Hälfte 2014.

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aero.de/Dennis Dahlenburg


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