28.04.2014
FLUG REVUE

Airline will sich schneller restrukturierenairberlin meldet hohen Jahresverlust 2013

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft airberlin hat verspätet ihre Geschäftsbilanz 2013 vorgelegt. Demnach stieg der Verlust, während der Umsatz sank. Auch das schon angelaufene Sparprogramm "Turbine" konnte diese Lage bisher nicht verbessern. Nun will airberlin auch über das langfristige Geschäftsmodell nachdenken.

A320 airberlin + Etihad 2014

Wolfgang Prock-Schauer und James Hogan stellten am 13. Januar 2014 in Berlin eine A320 im gemeinsamen Design vor(Foto: airberlin).  

 

Das Nettoergebnis des Geschäftsjahres 2013 habe bei einem Verlust von 315,5 Millionen Euro gelegen, teilte airberlin am Sonntagabend mit. Ein Jahr zuvor waren noch 6,8 Millionen Euro Gewinn erzielt worden. Der Umsatz der Gruppe Air Berlin PLC sei 2013 auf 4,15 Milliarden Euro gesunken. 2012 hatte der Umsatz noch bei 4,31 Milliarden Euro gelegen. Ursache seien eine "unerwartet schwache Sommersaison aufgrund hoher Temperaturen in Mitteleuropa und ein traditionell schwierigen Winter", so das Unternehmen.

airberlin habe nun aber die Voraussetzungen geschaffen, um durch einen beschleunigten und vertieften Turnaround nachhaltig profitabel zu werden. Durch eine umfassende Rekapitalisierung flössen dem Unternehmen bis Jahresende 450 Millionen Euro zu. Zum einen habe Etihad Airways eine Wandelanleihe in Höhe von 300 Millionen Euro gezeichnet. Da diese Anleihe nachrangig sei und über eine unbegrenzte Laufzeit verfüge, werde sie als Eigenkapital verbucht. Zum anderen werde die airberlin group am Kapitalmarkt eine Anleihe in Höhe von mindestens 150 Millionen Euro platzieren, um die Finanzstruktur weiter zu stärken. Diese Anleihe werde von Anoa Capital arrangiert.

Darüber hinaus biete man den Investoren der 2014 und 2015 fällig werdenden Anleihen an, ihre bestehenden Anleihen zu Vorzugsbedingungen in neue Anleihen mit einer Fälligkeit in 2019 einzutauschen. airberlin stehe zudem ein nicht ausgeschöpfter Gesellschafterkredit zur Verfügung, dessen Laufzeitende von 2016 auf 2021 verlängert worden sei. Nach dieser Rekapitalisierung werde die Eigentümerstruktur der Air Berlin PLC unverändert bleiben.

Um die Management-Kapazität für den Turnaround-Prozess zu stärken, setzt airberlin ab Mai einen Chief Restructuring Officer (CRO) ein. Ab Mai wird Marco Ciomperlik die neue Vorstandsfunktion "CRO" übernehmen und den Neustrukturierungs- und Turnaround-Prozess koordinieren und steuern. Marco Ciomperlik war, so airberlin, in führender Position in einem Beratungsunternehmen und in den letzten fünf Jahren als Chief Maintenance Officer bei airberlin tätig, wo er Neustrukturierungsmaßnahmen in seinem Verantwortungsbereich umsetzte. Götz Ahmelmann wird ab Juli Chief Commercial Officer. Er war zuletzt für den Europa-Vertrieb bei Lufthansa zuständig.

"Auf der Basis einer substanziell verbesserten Finanzstruktur und verstärkter Management-Kapazität vertiefen und beschleunigen wir jetzt die fundamentale Neustrukturierung", sagte Wolfgang Prock-Schauer, Vorstandsvorsitzender bei airberlin. „Auch wenn Turbine planmäßig gelaufen ist und 2014 seine volle Wirkung entfalten wird, müssen wir den Druck bei der Umsetzung erhöhen, weitere Maßnahmen vorantreiben sowie unsere Handlungsoptionen, die auch das langfristige Geschäftsmodell betreffen, grundsätzlich evaluieren. Diese Neustrukturierung wird auf Effizienz fokussiert sein, während unser Hauptanliegen, unseren Gästen und Partnern weiterhin besten Service zu bieten, unverändert bleibt. Wir begrüßen das Vertrauen unserer Anteilseigner und des Kapitalmarktes, das uns eine fundamentale Neustrukturierung ermöglicht."

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