16.10.2015
aero.de

Codeshareflügeairberlin und Etihad warten auf OK aus Berlin

Wenige Tage vor Beginn des Winterflugplans warten airberlin und Etihad Airways auf erlösende Post aus Berlin und Braunschweig. Noch einmal wollen Vertreter der VAE-Luftfahrtbehörde und das Bundesverkehrsministerium über das Ob und Wie strittiger Gemeinschaftsflüge beraten.

airberlin und etihad flughafen münchen

airberlin und Etihad Airways am Flughafen München. Foto und Copyright: FMG  

 

Für die finanziell von Etihad abhängige airberlin sind die Flüge nach eigenem Bekunden "überlebenswichtig". Man rechne fest damit, dass "der Winterflugplan genehmig wird", heißt es von airberlin. Für die neue Flugplanperiode ab 25. Oktober meldeten airberlin und Etihad 65 Codeshareflüge an.

Die meisten dieser Flüge sind unstrittig vom Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten gedeckt. In einen Graubereich sollen 29 Strecken fallen. Flüge, für die Etihad Airways mit eigenem Gerät keine Genehmigung erhalten würde, dürfe sie auch nicht als Codeshare verkaufen, argumentieren Gegner.

Lufthansa sind insbesondere die auch mit EY-Code geflogenen Langstrecken von airberlin aus Berlin und Stuttgart nach Abu Dhabi ein Dorn im Auge. Doch die Materie ist komplex.

Das Abkommen gesteht Airlines der VAE drei Zielpunkte in Deutschland zu. Emirates, die lange vor Etihad zu uns flog, setzte sich auf Frankfurt, München und Düsseldorf. Später durfte Emirates zusätzlich noch Hamburg belegen. Für Etihad sind andere Flughäfen in Deutschland damit gesperrt.

Ein vertraulicher Annex zum Abkommen, der Luftlinienplan, öffnet offenbar aber ein Schlupfloch, auf das airberlin, Etihad und die Emirate nun pochen. Er soll Codeshareflüge nach Hamburg, Berlin, Stuttgart und Nürnberg erlauben. Strittig sei allein, ob diese Ausnahme nur innerdeutsche Flüge oder auch Langstrecken erfasse.

Die Chancen stehen gut, dass airberlin und Etihad mit diesem Argument zumindest einen Großteil ihrer Codeshare-Flüge retten können. Es gebe "klare Anzeichen für eine vorläufige Genehmigung (der Flüge, Red.) von Verkehrsminister Alexander Dobrindt", berichtet die "WirschaftsWoche".

Letztlich ist es eine politische Entscheidung. Der Bundesverkehrsminister will Air Berlin nicht durch Entzug der Codeshareflüge gefährden, heißt es in Luftfahrtkreisen. Stattdessen setzte die Bundesregierung auf eine europaweit gültige Neufassung der Luftverkehrsbeziehungen mit den Emiraten.

Flugfrequenzen an ihre deutschen Zielflughäfen dürfen Emirates und Etihad übrigens beliebig erweitern. Vor einigen Jahren soll Berlin den VAE eine Freigabe aller Zielflughäfen angeboten haben, wenn Emirates und Etihad ihre Frequenzen nach Deutschland auf dem Stand von Februar 2012 einfrieren. Der Handel kam nicht zustande.

aero.de/Dennis Dahlenburg


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