13.12.2013
aero.de

NTSB-AnhörungAsiana-Crash: Kapitän unsicher bei Sichtanflug auf SFO

Vor einem halben Jahr endete Asiana Flug 214 in einem Desaster. Nach einem missglückten Sichtanflug auf die Landebahn 28L berührte die Boeing 777-200 die wasserseitige Pistenkante, überschlug sich und ging in Flammen auf. Drei Menschen verloren am 06. Juni ihre Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Die US Untersuchungsbehörde NTSB ist sich sicher - die Crew hätte den Unfall verhindern können.

Bruchlandung_Boeing_777-200_Asiana (1) (jpg)

Obwohl sich das Feuer rasend schnell ausbreitete, konnten sich die meisten Passagiere über die Notrutschen retten. Foto und Copyright: NTSB  

 

"Wir haben heute viel über Training, Erfahrung und Wissen über die automatisierten Systeme der 777 gesprochen", sagte NTSB-Präsidentin Deborah Hersman am Mittwoch nach einer zwölfstündigen Anhörung in Washington. Alle drei Piloten des Unglücksflugs hätten sich "sehr kooperativ" an den Ermittlungen beteiligt.

Wegen Arbeiten am Runway stand das Instrumentenlandesystem den Piloten nicht zur Verfügung - sie mussten einen anspruchsvollen Sichtanflug auf SFO durchführen. Bei der Landung assistierte 777 Trainingskapitän Lee Jung Min Kapitän Lee Kang Kuk. Im Cockpit hielt sich zudem Copilot Bong Dong Won auf.

Kapitän Lee Kang Kuk räumte gegenüber dem NTSB ein, er habe sich bei seiner unter Instruktorenaufsicht durchgeführten Erstlandung in SFO "unsicher" gefühlt. Ihm sei seit dem Start klar gewesen, dass die Landung anspruchsvoll werde.

Bong gab zu Protokoll, dass ihm schon früh im Anflug die hohe Sinkrate aufgefallen sei. Er habe bei einer Resthöhe von etwa 1.000 Fuß die Kapitäne "vier Mal" darauf hingewiesen, aber keinen Landeabbruch ausgerufen. Die Kapitäne sollen auf die Warnungen nicht reagiert haben.

Die Boeing verlor im Anflug kurz vor der Pistenschwelle zunehmend an Geschwindigkeit und Höhe. Kapitän Lee ging nach seiner Aussage davon aus, dass die Boeing ihre Geschwindigkeit über die automatische Schubregelung halten würde. Ein fataler Irrtum - das System war abgeschaltet.

Insoweit dürfte sich auch der Begriff "Mode Awareness" öfter im späteren Abschlussbericht wiederfinden, der laut Hersman noch vor dem ersten Jahrestag des Unglücks vorliegen soll.

Die Kommunikation der Crew bei der Landung beschrieb Hersman als konzentriert aber wortkarg. Ein vom NTSB veröffentlichtes Transkript der Mitschnitte des Cockpit Voice Recorders lässt darauf schließen, dass den Piloten der tatsächliche Ernst der Lage erst sehr spät bewusst wurde - zwei Sekunden vor dem Aufschlag des Flugzeugs zeichnte das Gerät zwei "Go Around" auf.

Das NTSB zeigte am Mittwoch zudem ein bislang unveröffentlichtes Video, das die letzten Momente des Anflugs und den Unfall festhielt:



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