05.02.2016
FLUG REVUE

Bericht zur Lage der LuftfahrtDeutschland hinkt der Welt hinterher

2015 konnte der internationale Luftverkehr weltweit und europaweit ein sattes Plus verzeichnen. Die deutschen Airlines bekommen jedoch nicht viel mit von dieser Entwicklung.

Flughafen Frankfurt

Flugzeuge der Lufthansa am Frankfurter Flughafen. Die deutschen Airlines verlieren Marktanteile im eigenen Land. Foto und Copyright: DLR  

 

Gemessen an den weltweit verkauften Passagierkilometern konnten die Airlines im vergangenen Jahr ein Wachstum von 6,5 Prozent verzeichnen. Im Nahen Osten lag diese Zunahme sogar bei zehn Prozent – europaweit immerhin bei 5,1 Prozent. Deutschland bleibe mit 1,9 Prozent mehr verkauften Passagierkilometern deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das beklagt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in seinem Jahresbericht zur Lage der Luftfahrt. Ihm gehören unter anderem die deutschen Fluggesellschaften Lufthansa, Condor, airberlin und TUIfly, die Deutsche Flugsicherung sowie die Betreiberfirmen der großen deutschen Flughäfen an.

Gründe für das geringe Wachstum sieht Klaus-Peter Siegloch unter anderem in den „fiskalischen und regulatorischen Rahmenbedingungen“ in Deutschland. Er fordert von der Politik Rahmenbedingungen, die es der deutschen Luftfahrt ermöglichen, ihr Wachstumspotenzial zu entfalten. Deutsche Airlines haben gemäß BDL seit 2011 insgesamt 2,681 Milliarden Euro an Luftverkehrssteuer bezahlt – diese Mindereinnahmen würden das Wachstum ausbremsen. So sei der Marktanteil der deutschen Airlines von, nach und innerhalb Deutschlands in den letzten drei Jahren um sieben Prozent gesunken. Das Passagierwachstum von 3,9 Prozent an den deutschen Flughäfen wird damit auch vorrangig von ausländischen Airlines getragen.

Das belegen auch die Passagierzahlen: Mit 150,4 Millionen Passagieren beförderten die deutschen Airlines zwar 0,6 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Doch im europäischen Umland, das nicht im selben Ausmaß von der Luftverkehrsabgabe betroffen ist, fand das Wachstum deutlich dynamischer aus. Easyjet begrüßte 6,9 Prozent mehr Fluggäste als ein Jahr zuvor, bei Ryanair waren es sogar 17,3 Prozent mehr.

Bei der Luftfracht ergibt sich ein ähnliches Bild.  Sie konnte bei den verkauften Frachttonnenkilometern weltweit um 2,2 Prozent zulegen. Im asiatisch-pazifischen Raum ergaben sich Zuwächse von 2,3 Prozent, im Nahen Osten von 11,3 Prozent. Die deutschen Fluggesellschaften mussten hingegen einen Rückgang von 0,1 Prozent verkraften.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Maximilian Kühnl


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