05.04.2012
FLUG REVUE

DFS: 2011 weniger Flugbewegungen als vorausgesagt

Mit einem Plus von rund drei Prozent stieg im vergangenen Jahr das Flugverkehrsaufkommen in Deutschland auf 3.060.255 Flugbewegungen. Damit bleibt es aber hinter der Prognose deutlich zurück, vorausgesagt war ein Anstieg von 4,8 Prozent.

Laut DFS erreichte der innerdeutsche Flugverkehr sogar einen historischen Tiefstand. Die Fluglotsen der DFS kontrollierten 376.400 innerdeutsche Flüge und damit knapp 20 Prozent weniger als vor zehn Jahren. Das entspricht einem Anteil von 12,3 Prozent am Gesamtverkehr gegenüber 18,3 Prozent im Jahr 2001. Damit wird das ökologische Ziel, das Fliegen auf Kurzstrecken in Deutschland zu vermeiden, immer besser erreicht.

Die allgemeine wirtschaftliche Lage, der hohe Ölpreis und die Schuldenkrise in Europa setzen dem Luftverkehr aus Sicht der DFS derzeit sehr zu. Seit Mitte 2011 stagnierte das Wachstum, seit Oktober sinkt das Verkehrsaufkommen, seit Beginn des neuen Jahres sogar um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Kapazität und Pünktlichkeit hingegen haben sich deutlich verbessert.“, so DFS-Chef Kaden.

Die unabhängige Expertengruppe APEG (Aircraft Proximity Evaluation Group) konnte von insgesamt 22 im deutschen Luftraum gemeldeten Vorfällen bislang nur 18 bewerten. Von diesen 18 Fällen stufte die Kommission lediglich drei in die Kategorie A, unmittelbare Gefährdung, ein. Ein Fall wurde der Kategorie B, Sicherheit nicht gewährleistet, eingestuft. Keiner der bisher von der APEG untersuchten Fälle wurde durch die DFS verursacht.

Die Pünktlichkeit ist im vergangenen Jahr wieder deutlich besser geworden. In Deutschland war 2011 jeder Flug im Schnitt 0,86 Minuten flugsicherungsbedingt verspätet. 2010 waren es noch 1,37 Minuten pro Flug. Im letzten Jahr wurden von den DFS-Fluglotsen nahezu 95 Prozent aller Flugzeuge auf direktem Kurs, ohne Umwege und Warteschleifen geführt.

Für die DFS gilt seit dem 1. Januar 2012 die so genannte ökonomische Regulierung, das Vollkostendeckungsprinzip gibt es nicht mehr. Zunächst werden für drei Jahre die Gebühren von der EU vorgegeben und zugleich werden sogenannte "Key-Performance-Indicators" also Qualitätsanforderungen vorgeschrieben. Diese Anforderungen beziehen sich auf die Qualitätsmerkmale Sicherheit, Pünktlichkeit, Kosteneffizienz und Umweltschutz.

Damit ist die DFS gezwungen in den nächsten drei Jahren rund 180 Millionen Euro einzusparen. Mit dem Sparprogramm Heading 2012 sollen im administrativen Bereich Sachkosten und Personal eingespart werden. Für den operativen Bereich bildet das Unternehmen weiterhin mit Hochdruck jährlich rund 180 junge Abiturienten zu Fluglotsen aus.




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