01.07.2014
FLUG REVUE

353 Millionen Liter Kerosin gespartDie deutschen Airlines fliegen effizienter

Die deutschen Fluggesellschaften verbrauchen im Durchschnitt 3,68 Liter pro Passagier und 100 Kilometer. Bei einem gemeinsamen Termin am Düsseldorfer Flughafen informierten der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), airberlin sowie der Airport, welche Maßnahmen und technologischen Fortschritte diese Entwicklung erzielten und welche Bemühungen weiter geplant sind.

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Wolfgang Prock-Schauer, Chief Executive Officer Air Berlin; Klaus-Peter Siegloch, Präsident Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft und Thomas Schnalke, Geschäftsführer des Düsseldorfer Flughafens (v.l.) vor einem Airbus A330-200 von Air Berlin sowie dem Elektroauto BMW i3 des Düsseldorfer Airports. Foto und Copyright: Flughafen Düsseldorf  

 

Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen im Luftverkehr eine immer wichtigere Rolle. Daher arbeitet die gesamte Branche von Fluggesellschaften über Flugzeughersteller bis hin zu Flughafenbetreibern an der weiteren Reduzierung der Emissionen. „Die deutschen Fluggesellschaften fliegen so effizient wie nie zuvor und verbrauchen im Durchschnitt nur noch 3,68 Liter pro Passagier und 100 Kilometer. Das ist ein neuer Rekord. Insgesamt konnten im Vergleich zum Vorjahr 353 Millionen Liter Kerosin eingespart werden“, sagte Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft. Der Branchenverband fasst die Ergebnisse der Luftverkehrswirtschaft im BDL-Report Energieeffizienz und Klimaschutz zusammen. Generell liegt der Anteil des Luftverkehrs an den weltweiten energiebedingten CO₂-Emissionen bei 2,42 Prozent und ist seit Jahren rückläufig. Die CO₂-Emissionen der deutschen Inlandsflüge gingen seit 1990 um 18 Prozent zurück – trotz eines Verkehrswachstums von 63 Prozent. Die Flughäfen konnten ihre CO₂-Emissionen zwischen 2010 und 2012 um fast zehn Prozent senken. Während sich der deutsche Luftverkehr seit 1990 mehr als verdreifacht hat, ist der Kerosinbedarf im gleichen Zeitraum nur um 89 Prozent gestiegen.

airberlin beispielsweise hat 2013 ihren durchschnittlichen Treibstoffverbrauch auf 3,3 Liter pro 100 geflogene Passagierkilometer (PKM) gesenkt. Das entspricht einer Verbesserung von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (3,4 Liter). Damit liegt airberlin mehr als ein Prozent über der von der IATA geforderten jährlichen Verbesserung von 1,5 Prozent. Insgesamt hat airberlin im vergangenen Jahr durch die Treibstoffreduktion etwa 70000 Tonnen CO₂ eingespart. Das entspricht rund 4700 Flügen von München nach Palma de Mallorca. Mittelfristig will Deutschlands zweitgrößte Airline ihren Treibstoffverbrauch auf drei Liter pro 100 PKM senken. „airberlin ist Vorreiter in Sachen Öko-Effizienz. Von 1994 bis 2013 haben wir unseren spezifischen Treibstoffverbrauch pro Passagierkilometer (PKM) insgesamt um 25 Prozent gesenkt. Unser Umweltengagement ist fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie und gleichzeitig auch ein herausragendes Qualitätsmerkmal, das für Passagiere wie Geschäftspartner zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit unserem umfassenden Treibstoffeffizienzprogramm tragen wir zum verantwortungsvollen Umgang mit fossilen Rohstoffen bei und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Kostenreduktion“, sagte Wolfgang Prock-Schauer, Chief Executive Officer airberlin.

Einen Erfolg verbucht auch die Lufthansa. Die Passagierfluggesellschaften der Lufthansa Group haben im Jahr 2013 mit einem durchschnittlichen Verbrauch von nur noch 3,91 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer erstmals die 4-Liter-Marke unterschritten. Dieser Effizienzrekord ist eine Verbesserung um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Luftfahrtkonzern hat damit das Airline-Branchenziel der jährlichen Effizienzsteigerung von 1,5 Prozent mehr als verdoppelt.

Die Umwelt fest im Blick hat auch der Flughafen Düsseldorf laut Geschäftsführer Thomas Schnalke: "Da der Preis für unsere Mobilität nun einmal der Verbrauch von Energie ist, ist es das Ziel des Flughafens, die Auswirkungen unseres Betriebs so gering wie möglich zu halten“, erklärte er. Für sein ökologisches Engagement zur Reduzierung der CO₂-Emissionen wird der größte Flughafen Nordrhein-Westfalens bereits seit drei Jahren mit dem Gütesiegel des Klimaschutz-programms „Airport-Carbon-Accreditation“ (ACA) offiziell zertifiziert. In diesem Jahr bestätigte der europäische Dachverband der Flughäfen (ACI) die erneute Erreichung der zweiten von vier Stufen. Das ACA-Programm ist ein speziell für Flughäfen entwickeltes System zur Erfassung von Treibhausgasemissionen der Airports mit einer unabhängigen Überprüfung des errechneten CO₂-Fußabdrucks sowie der Verfolgung von Reduktionszielen. Die vom Flughafen direkt beeinflussbaren Emissionen lagen im vergangenen Jahr bei 57.880 Tonnen. Das Reduktionsziel wurde bereits vor circa zwei Jahren formuliert: Der CO₂-Ausstoß des Flughafens soll bezogen auf den Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2012 bis 2020 pro Verkehrseinheit (internationale Berechnungsgröße für einen Passagier mit Gepäck oder 100 Kilogramm Frachtgut) um zehn Prozent gesenkt werden. Dies entspricht einem CO₂-Ausstoß von 2,55 Kilogramm pro Verkehrseinheit in 2020. Bereits im vergangenen Jahr konnte der Airport den CO₂-Ausstoß auf 2,62 Kilogramm pro Verkehrseinheit senken.Der Düsseldorfer Flughafen hat bereits eine Vielzahl von Maßnahmen durchgeführt: Eine der größten Photovoltaik-Anlagen in Nordrhein-Westfalen wurde durch die Grünwerke im Sicherheitsbereich errichtet sowie zwei Anlagen auf den Flugzeughallen 3 und 7 installiert. Ein effizientes Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugt Wärme und Strom. Eine Wettervorhersage-Steuerung ermöglicht eine vorausschauende Kühlung oder Beheizung in einem Verwaltungstrakt. Weitere Beispiele: Rund 1.200 Leuchtmittel wurden durch Energiespar- sowie LED-Lampen ersetzt. Der Bau der neuen Flughafenverwaltung erfolgt unter Gesichtspunkten der Energieeffizienz. Rund 35 Flughafenangestellte wurden zu sogenannten CO₂-Scouts, die Kleinverbraucher ermitteln und deren Einsparpotenziale erfassen und umsetzen, geschult.Geplant sind weitere Projekte zum Umwelt- und Klimaschutz wie zum Beispiel die Umstellung von rund 30 Fahrzeugen auf dem Vorfeld auf alternative Antriebe bis 2020. Die Eigenversorgungsquote mit Strom soll langfristig über die heute erreichten zehn Prozent hinaus ausgebaut werden. Außerdem steht die Fertigstellung eines zusätzlichen Blockheizkraftwerks sowie einer Absorptionskälteanlagen an. Ebenso die Implementierung der erfolgreichen Wettervorhersage-Steuerung im gesamten Terminal. Intern sollen Umweltbeauftragte, die das Thema Klima- und Umweltschutz über den Aspekt der CO₂-Ersparnis hinaus ins Unternehmen tragen, geschult werden. Um den Erfolg aller Maßnahmen weiter zu dokumentieren, strebt der Airport im Jahr 2016 die dritte Stufe (Optimization) des ACA-Programms an.



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