25.06.2013
aero.de

easyJet-Management sagt sich von Stelios los

Carolyn McCall hat sich mit einer Megaorder bei Airbus vorerst über ihren größten Aktionär hinweggesetzt.

Airbus A319 Easyjet

Easyjet hat zahlreiche Airbus A319 in seiner Flotte. Foto und Copyright: Airbus / Brinkmann  

 

Die easyJet-Chefin will die Flotte bis 2022 von 214 auf bis zu 298 Flugzeuge ausbauen - sehr zum Missfallen von Gründer Stelios Haji-Ioannou, der noch immer 37 Prozent der Aktien hält und sich um deren Rendite sorgt. Im nächsten Monat haben die Aktionäre das letzte Wort darüber, ob easyJet tatsächlich einen Festauftrag unterschreibt.

Das Management setzt alles auf eine Karte. Auf der Paris Air Show zeichnete McCall öffentlichkeitswirksam einen Vorvertrag über 35 neue A320 und 100 A320neo nebst Optionen für 100 weitere A320neo. Die A320 der aktuellen Generation soll Airbus zwischen 2015 und 2017 liefern, die A320neo von 2017 bis 2022.

"Aus diesem Auftrag werden 85 Flugzeuge ältere Maschinen ersetzen, während die übrigen Flugzeuge zur Erweiterung der Kapazitäten und des Netzwerks eingesetzt werden sollen", informierte easyJet anschließend ihre Aktionäre. Von den bisher genutzten A319 mit 156 Sitzen wechsele easyJet auf Flugzeuge mit Kabinen für 180 Passagiere.

Stelios geht dieser doppelte Kapazitätsausbau deutlich zu weit. Im Winter werde schon jetzt ein großer Teil der Flotte nicht ausgelastet, warnte der Gründer im Januar. Der nun mit Airbus angebahnte Deal werfe mehr "Fragen als Antworten auf", die er auf der Hauptversammlung dem Management stellen werde, wird Stelios von "Reuters" zitiert. Stelios hatte sich bereits 2010 aus dem operativen Geschäft wegen Differenzen über die richtige Strategie für easyJet zurückgezogen.

McCall verweist indes auf einen guten Preis, den die Airline mit Airbus auf den Listenpreiswert der Flugzeuge von knapp zwölf Milliarden US Dollar ausgehandelt habe. "Der Nachlass war größer als bei unserer letzten umfangreichen Bestellung im Jahr 2002", sagte die Airlinechefin.

Am Ende dürfte sich die Managerin mit ihrer Strategie durchsetzen. Seit McCalls Amtsantritt im Jahr 2010 hat sich der Wert der easyJet-Aktie mehr als verdoppelt, was tendenziell immer für Rückendeckung von den Anteilseignern sorgt.

aero.de / Dennis Dahlenburg


Weitere interessante Inhalte
US-Niedriegpreisairline Jet Blue Kostenloses und schnelles Internet in jedem Flugzeug

13.01.2017 - Die amerikanische Fluggesellschaft JetBlue hat ihre komplette Flotte mit Internettechnologie ausgestattet. Für die Passagiere ist der Zugang kostenlos. … weiter

Schönefeld mit großem Wachstumssprung Neuer Passagierrekord in Berlin

12.01.2017 - Die Flughäfen der Berlin-Brandenburger Hauptstadtregion haben 2016 einen neuen Passagierrekord aufgestellt, soweit das gewohnte Bild. Neu ist aber, dass nun Schönefeld als "Überlauf" eine … weiter

Internet auf der Kurz- und Mittelstrecke Lufthansa und Austrian gehen online

11.01.2017 - Fluggäste können bei Lufthansa und Austrian Airlines nun auch auf Europa-Strecken im Internet surfen - zunächst sogar umsonst. … weiter

Wirbelschleppenausweichsystem des DLR Gefährliche Wirbelschleppen umfliegen

20.12.2016 - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in mehreren Flugversuchen ein Wirbelschleppenwarnsystem getestet. … weiter

Schönefeld-Kooperation im Sommer 2017 TUI bucht Sitze bei easyJet

02.12.2016 - Der Reiseveranstalter TUI hat für die Sommersaison 2017 erstmals Sitzkontingente bei easyJet gebucht. TUI-Kunden mit dem Abflughafen Berlin-Schönefeld starten dann auch in den orangefarbenen Jets der … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 02/2017

FLUG REVUE
02/2017
09.01.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Ryanair greift Lufthansa an
- Bombardier liefert CS300
- Gulfstream G500
- Sea Lion fliegt
- Interview Astronaut Gerst
- Nachtschicht bei LH Technik

aerokurier iPad-App