26.03.2015
FLUG REVUE

Germanwings-UnfallEin Pilot allein im A320-Cockpit

New York Times und AFP wollen erfahren haben, dass vor dem Absturz der Germanwings-A320 einer der beiden Piloten das Cockpit verlassen hatte und nicht mehr hereinkam.

A320-Stimmrecorder Germanwings 2015

Der Sprachrekorder der A320-211 von Germanwings wurde beim Absturz in den französischen Alpen beschädigt (Foto: BEA).  

 

Absturzstelle des Airbus A320 von Germanwings. Copyright: Französisches Innenministerium

Unter Bezug auf einen „hochrangigen militärischen französischen Offiziellen, der an der Untersuchung beteiligt ist“ heißt es, die Piloten hätten sich zunächst normal auf Deutsch unterhalten. Dann sei zu hören, wie ein Sitz zurückgefahren wird und die Tür geht.

Schließlich klopft „ein Mann draußen leicht an die Tür, und es gibt keine Antwort. Und dann klopft er stärker, und keine Antwort. Es gibt nie eine Antwort. Sie können hören, wie er versucht, die Tür einzutreten.“

Die zuständige französische Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA hat zu den Angaben bisher nicht Stellung genommen. Deren Chef Rémi Jouty hatte gestern Nachmittag auf einer ersten Pressekonferenz erklärt, die Auswertung des am Dienstag gefundenen Stimmenrekorders dauere noch an.

Germanwings A320 Absturzgebiet 2015

Die Absturzstelle der Germanwings A320 in den französischen Alpen ist sehr schwer zugänglich. Das Flugzeug zerbarst beim Aufprall in kleinste Einzelteile (Foto: BEA).  

 

Welcher der beiden Besatzungsmitglieder das Cockpit verlassen hat, ist nicht klar. Die Crew bestand nach Angaben der Lufthansa aus einem erfahrenen Kapitän, der seit zehn Jahren im Konzern ist und 6000 Flugstunden aufweisen kann. Der Copilot war erst seit September 2013 für das Unternehmen tätig und hatte 630 Flugstunden absolviert. Er war an der Lufthansa-eigenen Verkehrsfliegerschule in Bremen ausgebildet worden.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden in allen Verkehrsflugzeugen stark gesicherte Cockpittüren eingeführt, um die Übernahme der Maschine durch Terroristen zu verhindern. Die Türen lassen sich mit Codes öffnen, können aber auch von innen verriegelt werden.



Weitere interessante Inhalte
Leisere Landeanflüge Piloten-Assistenzsystem des DLR bewährt sich

25.11.2016 - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im September das Low Noise Augmentation System (LNAS) bei Flugtests erprobt. Nun wurden erste Ergebnisse veröffentlicht. … weiter

Europäische Bestseller Top 10: Die meistgebauten Airbus-Flugzeuge

21.11.2016 - Am 28. Oktober 1972 startete der erste Prototyp des Airbus A300 zu seinem Jungfernflug. Seit dem produzierte der europäische Flugzeugbauer fast 10000 Flugzeuge. Aber welche sind die meistgebauten … weiter

Standard-Lösung für schnelles Internet Airbus will sein System 2017 auf den Markt bringen

17.11.2016 - Der europäische Flugzeughersteller evaluiert derzeit eine Plattform für schnelles Internet im Flugzeug, die künftig ab Werk und als Retrofit erhältlich sein soll. … weiter

Retrofit für Airbus A320 Recaro-Sitze für TAP

14.11.2016 - Die portugiesische Fluggesellschaft erneuert die Kabinenausstattung ihrer Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge. Insgesamt werden 41 Flugzeuge der A320-Flotte von Tap mit den Recaro-Sitzen SL3510 und … weiter

European Aviation Network IAG führt WLAN auf der Kurzstrecke ein

08.11.2016 - Die International Airlines Group (IAG) will bis zu 341 Kurzstreckenflugzeuge mit Internettechnologie für das European Aviation Network (EAN) von Telekom und Inmarsat ausrüsten. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App