02.06.2016
FLUG REVUE

König der ILAEmirates zeigt jüngsten Airbus A380

Der größte A380-Kunde Emirates zeigt auf der ILA seine fabrikneue A380-861, A6-EUA, den bereits 79. Doppeldeck-Vierstrahler des Unternehmens.

ILA 2016 – Mit Carolin im Airbus A380. Copyright: berlinairport

Die jüngste A380 mit der Werknummer MSN211, aktueller Listenpreis 432,6 Mio. Dollar, war erst am 31. Mai in Hamburg-Finkenwerder ausgeliefert worden. Sie bewältigte die 279 Kilometer lange Strecke auf die ILA-Piste in nur 35 Minuten. Das jüngste Flugzeug der A380-Flotte ist mit vielen Detailverbesserungen ausgestattet: Als Bordunterhaltungssystem dient die neueste Reihe Panasonic X3. So haben die Passagiere der Economy Class nun auf 13,3 Zoll vergrößerte Sitzbildschirme und doppelte USB-Anschlüsse, einmal zum Laden von Elektronikgeräten und der andere zum Überspielen von Daten auf die Bordanlage, etwa wenn man Urlaubsfotos oder eigene Filme auf dem Monitor betrachten möchte. Neu ist neben WLAN nun auch Live-TV an Bord, so dass etwa Nachrichtensender oder Sportereignisse live verfolgt werden können. Durch Detailoptimierungen der Kabine, einzelne Zweier-Sitzgruppen wurden gegen Dreier-Sitzgruppen ausgetauscht, passen nun 519 Passagiere in die A380-Interkontinentalausfühung mit großem Besatzungsruheraum.

In der Business Class sind die Monitore ebenfalls auf 23 Zoll vergrößert worden, hier gibt es neben der eigentlichen Fernbedienung jeweils an jedem Platz noch einen individuellen Tablet-Computer zur Steuerung der Unterhaltungsangebote. Noch weiter vorne, in der First Class, sind die Seitenwände der Suiten-Kabinen nun leicht erhöht, so dass man völlig ungestört von vorbei laufenden Gästen in ungeschmälerter Privatsphäre sitzen oder liegen kann. Die hiesigen Bildschirme sind mit 32 Zoll Diagonale die branchenweit größten. Dabei dient eine Matratze aus Spezialschaum als nahtlose Schlafunterlage. Bei Nacht erscheint an der Kabinendecke ein LED-“Sternenhimmel”. Neu ist in der Ersten Klasse auch ein LED-Sterneneffekt, der in den Teppich des Fußbodens eingebettet wurde.

Wie gewohnt gibt es im Heck des Oberdecks eine Bar für Gäste der Business Class. Hier ist neu ein berührungsempfindlicher Großbildschirm installiert, der den Flugverlauf zeigt. Im Bug des Oberdecks, an einem kleinen Zier-“Wasserfall” oberhalb der Treppe, wird nach dem Start eine weitere Bar für Gäste der Ersten Klasse geöffnet. In jedem der Premium-Sitzabteile gibt es aber eigene Behälter mit gekühlten Getränken und Süssigkeiten, falls man zwischen den Mahlzeiten noch Verpflegung brauchen sollte. Als Markenzeichen der Emirates-A380 sind wieder zwei Duschabteile im Bug – übrigens mit Fußbodenheizung –installiert. Hier kann man jeweils fünf Minuten lang warm duschen. Die Gesamtbenutzungsdauer ist mit jeweils dreißig Minuten großzügiger festgelegt, so dass man sich vor der Landung in Ruhe umziehen und erfrischen kann, etwa wenn man beim Reisen die Klimazone wechselt.

Airbus-Chef: A380neo steht derzeit nicht direkt bevor

Am Dienstag dieser Woche hatte Airbus-Verkehrsflugzeugchef Fabrice Brégier in Hamburg vor Journalisten zum A380-Programm erklärt, eine A380neo stehe bei Airbus derzeit nicht direkt bevor. Man habe die entsprechende Marktforschung abgeschlossen und die Airline-Kunden seien derzeit nicht bereit, entsprechende Neuentwicklungen zu bezahlen. Airbus baut derzeit rund 25 A380 im Jahr, mit leicht sinkender Tendenz. Derzeit steht A380-Großabnehmer Emirates vor der Frage, ob die Airline als Ersatz ihrer typischerweise nach 12 Jahren Leasingdauer abzugebenden frühen A380 nochmals A380 herkömmlicher Ausführung nachbestellt, oder ob sie auf eine mit neuen Triebwerken optimierte A380neo wartet. Der wieder deutlich gesunkene Ölpreis hat den vorher sehr starken Modernisierungsdruck zu den neuesten, sparsamsten aber auch teuersten Triebwerken verringert.

Nach dem “König der ILA” wird am Wochenende auch die “Queen of the Skies” (Boeing-Werbung) erwartet, die Boeing 747-8. Lufthansa fliegt am Sonnabend eigens ihren “Siegerflieger” aus Frankfurt für einen ILA-Tagesbesuch ein. Am gestrigen Mittwoch war mit der Boeing 747-400 von Iron Maiden bereits ein Jumbo zu Gast. “Ed Force One” dient als fliegender Tourbus und Frachttransporter der Musiker und hob mit dem Leadsänger der Band, dem Piloten Bruce Dickinson am Steuer, nach einem Berliner Konzert im Rahmen der laufenden Welttournee durch 35 Staaten in die Schweiz ab.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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