04.01.2016
FLUG REVUE

Codeshare-BeschneidungEtihad leitet rechtliche Schritte ein

airberlin-Großinvestor Etihad Airways geht vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg gegen die jüngste Einschränkung ihrer Codeshare-Flüge vor. Gleichzeitig beklagen die Araber protektionistischen Lobbyeinfluss, der Investitionen in Deutschland gefährde.

airberlin und etihad flughafen münchen

airberlin und Etihad Airways am Flughafen München. Foto und Copyright: FMG  

 

Etihad Airways geht juristisch gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig vor, dass ihr einen Teil ihrer Codeshare-Flüge mit airberlin untersagt hatte und beklagt ein investitionsfeindliches und protektionistisches Klima in Deutschland.

Etihad Airways habe am Montag rechtliche Schritte gegen die Entscheidung des Gerichts eingeleitet, die die Zulassung von 29 Codeshare-Flügen mit airberlin aufhebe, teilte Etihad mit. Letzte Woche hatte das Verwaltungsgericht Braunschweig entschieden, dass das deutsche Verkehrsministerium 29 Codeshare-Flüge von Etihad Airways und airberlin ablehnen dürfe. Diese Flüge sind jetzt nur noch bis zum 15. Januar 2016 genehmigt. Die Beschwerde dagegen wurde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingereicht. Etihad Airways Präsident und Chief Executive Officer James Hogan betonte gleichzeitig die unveränderte Unterstützung von Etihad Airways für airberlin. Hogan sagte, dass die Airline weiterhin hinter dem deutschen Unternehmen stehe: “Gemeinsam mit airberlin werden wir sicherstellen, dass keine Reisenden infolge des Konflikts betroffen sein werden. Alle Buchungen werden durchgeführt. Wir werden alle Schritte einleiten, um unsere Investition, unsere Partnerschaft mit airberlin und das wettbewerbsfähige Angebot der deutschen Luftfahrt zu schützen.”

Etihad Airways hatte sich 2011 mit 29,2 Prozent der Anteile an airberlin als Großinvestor beteiligt und das defizitäre Unternehmen damit finanziell gerettet. Die Partner erwirkten seitdem Genehmigungen für Codeshare-Flüge auf insgesamt 63 Strecken. Nach Ansicht von Etihad bewirkte aber "Lobbyarbeit der Lufthansa" beim deutschen Verkehrsministerium seit Sommer 2014 Bedenken gegenüber 29 dieser Codeshare-Flüge, die daraufhin im November 2015 bis zum 15. Januar 2016 befristet wurden. Die übrigen Codeshare-Flüge bleiben bestehen. James Hogan sagte: “Gemeinsam haben airberlin und Etihad Airways neue wettbewerbsfähige Angebote für deutsche Reisende geschaffen. Sie basieren auf Codeshare-Flügen zu internationalen Zielen, die jahrelang ohne Bedenken betrieben wurden, da sie wettbewerbsfördernd sind und die Auswahl für Verbraucher erhöhen. Dies war vollkommen korrekt, da sie den Vorgaben des Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten entsprechen. Jetzt, nachdem wir vier Jahre lang in Deutschland investiert, die Arbeitsplätze bei airberlin unterstützt und eigene, neue Stellen in Deutschland geschaffen haben, erfahren wir, dass sich die Regeln geändert haben. Als globales Unternehmen fokussieren wir unsere Investitionen auf Märkte, die uns langfristige Renditen bieten. Wir wurden ermutigt, in airberlin zu investieren. Seit der anfänglichen Investition mussten wir uns jedoch mit zahlreichen großen Herausforderungen beschäftigen, einschließlich der Einführung der Flughafengebühren, die die Rentabilität von airberlin unmittelbar beeinträchtigt haben. In anderen Märkten wie Australien, Indien, Italien, Serbien oder auf den Seychellen, wurden unsere Investitionen begrüßt und unterstützt. In Deutschland wird unser Engagement jedoch weiterhin durch die Lobbyanstrengungen und den Protektionismus der nationalen Airline untergraben. Sofern die deutsche Regierung ihr Engagement für alle deutschen Unternehmen und Arbeitsplätze nicht sicherstellt, steht ihr Ruf als sicheres Land für Investitionen auf dem Spiel. Investoren benötigen Gewissheit, dass die Sicherheit ihrer Anlagen in Deutschland respektiert und geschützt wird. Protektionismus wird der Investitionslandschaft in Deutschland zweifellos schaden.”

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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