06.07.2010
FLUG REVUE

EU-Gericht untersagt Ryanair Übernahme von Aer LingusEU-Gericht untersagt Ryanair die Übernahme von Aer Lingus

Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg hat Ryanair untersagt, ihren irischen Konkurrenten Aer Lingus zu übernehmen.

Das zuvor durch die EU-Kommission ausgesprochene Verbot des Erwerbs von Aer Lingus durch Ryanair sei gültig, teilte das Gericht nach seiner Entscheidung vom heutigen 6. Juli mit.

Nach der Privatisierung von Aer Lingus durch die irische Regierung im Jahr 2006 hatte Ryanair eine Beteiligung von 19,16 Prozent am Konkurrenten erworben. Ende Oktober 2006 hatte Ryanair ein öffentliches Übernahmeangebot über das gesamte Kapital von Aer Lingus abgegeben und den geplanten Erwerb bei der Kommission angemeldet. Während der Laufzeit des öffentlichen Übernahmeangebots erwarb Ryanair weitere Aktien und hielt am 26. November 2006 nunmehr 25,17 Prozent am Kapital von Aer Lingus.

Am 27. Juni 2007 erließ die Kommission eine Entscheidung, mit der das Vorhaben des Erwerbs von Aer Lingus durch Ryanair für mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar erklärt wurde. Ryanair erhob gegen diese Entscheidung Klage beim Gericht. Nach der Entscheidung der Kommission erwarb Ryanair weitere Aktien, wodurch ihre Beteiligung am Kapital von Aer Lingus auf 29,3 Prozent stieg.

Das Gericht stellte fest, dass ein wirksamer Wettbewerb durch die Übernahme auf den Märkten Dublin, Cork und Shannon erheblich behindert würde. Die entsprechenden beherrschenden Stellungen wären "Monopolstellungen" oder "sehr bedeutende Stellungen" und seien mit dem Gemeinsamen Markt unvereinbar. Ryanair müsse ihre bereits erworbenen Anteile an Aer Lingus aber nicht wieder zwangsweise abgeben. Dies hatte Aer Lingus bei der EU gefordert.

Rynanair verfolgt seit längerer Zeit Planspiele, eine separate Airline für den Langstreckenverkehr, insbesondere über den Nordatlantik, zu gründen. Das Unternehmen bestritt jedoch stets, dass es vor allem wegen dieses Konzepts die Übernahme von Aer Lingus beabsichtige. 



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