09.11.2010
FLUG REVUE

EU-Kommission belegt 11 Luftfrachtairlines mit Geldbußen

Die Europäische Kommission hat 11 Luftfrachtunternehmen wegen der Bildung eines weltweiten Kartells, das Luftfrachtdienste im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beeinträchtigte, Geldbußen in Höhe von insgesamt 799.445.000 EUR auferlegt.

Auch bekannte Fluggesellschaften befinden sich unter den 11 betroffenen Unternehmen. Diese sind Air Canada, Air France-KLM, British Airways, Cathay Pacific, Cargolux, Japan Airlines, LAN Chile, Martinair, SAS, Singapore Airlines und Qantas.

Sechs Jahre lang sprachen die Luftfrachtunternehmen ihr Vorgehen bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen ab, für die keine Rabatte eingeräumt wurden. Im Rahmen der Kronzeugenregelung der Kommission wurde Lufthansa (einschließlich ihrer Tochtergesellschaft Swiss) die Geldbuße vollständig erlassen, da sie als erstes Unternehmen Informationen über das Kartell vorgelegt hatte.

„Es ist bedauerlich, dass so viele große Fluggesellschaften ihre Preise zum Nachteil der europäischen Unternehmen und Verbraucher abgesprochen haben“, erklärte der Vizepräsident der Kommission und Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. „Mit ihrem heutigen Beschluss stellt die Kommission klar, dass sie Kartelle nicht duldet.“

Die ersten Gespräche der Fluggesellschaften über die Preisgestaltung betrafen Treibstoffzuschläge. Die Fluggesellschaften kontaktierten einander, um sicherzustellen, dass die weltweit operierenden Luftfrachtunternehmen für alle Sendungen einen pauschalen Zuschlag pro Kilogramm erhoben. Dann weiteten die Kartellmitglieder ihre Zusammenarbeit aus, indem sie einen Sicherheitszuschlag einführten und es ablehnten, ihren Kunden (Spediteuren) eine Provision für den Einzug von Zuschlägen zu zahlen.

Mit diesen Kontakten sollte gewährleistet werden, dass die Zuschläge von allen beteiligten Fluggesellschaften eingeführt und Erhöhungen (oder Senkungen) der Zuschläge von allen vollständig umgesetzt wurden. Indem die Luftfrachtunternehmen keine Provisionen zahlten, stellten sie sicher, dass bei den Zuschlägen kein Wettbewerb über Kundenrabatte erfolgte. Solche Praktiken verstoßen gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften.

Wegen unzureichender Beweise ließ die Kommission die in der Mitteilung der Beschwerdepunkte erhobene Behauptung fallen, dass zwei weitere Zuschläge und Frachttarife Gegenstand von Absprachen waren. Ferner stellte die Kommission auch die Ermittlungen gegen 11 weitere Frachtunternehmen und eine Beratungsfirma ein, denen die Mitteilung der Beschwerdepunkte vorher aus denselben Gründen zugestellt worden war.

Bei der Festsetzung der Geldbußen berücksichtigte die Kommission den Umsatz der beteiligten Unternehmen auf dem betreffenden Markt, die besondere Schwere des Verstoßes, den EWR-weiten Umfang des Kartells sowie seine Dauer.

Die Strafzahlungen sind im einzelnen: Air Canada (21 Mio. Euro), Air France (182 Mio. Euro), KLM (127 Mio. Euro), Martinair (29 Mio. Euro), British Airways (104 Mio. Euro), Cargolux (80 Mio. Euro), Cathay Pacific (57 Mio. Euro), Japan Airlines (35 Mio. Euro), LAN Chile (8 Mio. Euro), Qantas (9 Mio. Euro), SAS (70 Mio. Euro), Singapore Airlines (75 Mio. Euro).




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