31.10.2013
FLUG REVUE

Erleichterung für FlugpassagiereFAA erlaubt Nutzung elektronischer Geräte im Flug

Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA will die Nutzung elektronischer Geräte an Bord von Verkehrsflugzeugen durch die Passagiere wesentlich erleichtern. Künftig ist die Nutzung "von Gate zu Gate" gestattet, wenn jeglicher Mobilfunkbetrieb unterbleibt.

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Die Nutzung elektronischer Geräte an Bord von Flugzeugen, hier Piloten von United Airlines mit iPad-Tabletcomputern, soll auch für Passagiere wesentlich erleichtert werden. Foto und Copyright: United Airlines  

 

Die FAA sei zu dem Schluß gekommen, dass man eine erweiterte Benutzung elektronischer Geräte an Bord von Verkehrsflugzeugen in allen Flugphasen ohne Beeinträchtigung der Flugsicherheit zulassen könne, sagte FAA-Administrator Michael Huerta am Donnerstag. Die FAA werde den Airlines jetzt neue Richtlinien geben, wie diese Erkenntnis umgesetzt werden solle. Die FAA erwarte, dass etwa zum Jahresende die Passagiere ihre Geräte im Flugmodus "von Gate zu Gate" (FAA) benutzen dürften. Die Entscheidung basiere auf der Empfehlung einer Expertengruppe aus Fluggesellschaften, Flugzeugherstellern, Passagieren, Piloten, Flugbegleitern und der Elektronikindustrie. 

Auf mittlere Sicht werde die Nutzung von E-Book-Lesegeräten, Musikspielern, Tablets, Spielecomputern und die Betrachtung von Videofilmen gestattet. Einschränkungen gebe es für die eigentliche Start- und Landephase, wo alle Geräte in der Sitztasche sicher verstaut sein müssten. Mobiltelefone müssten stets im Flugzeugmodus betrieben werden, also ohne Funkaktivitäten. Laut US-Regularien sei die Sprachtelefonie über Mobilfunk im Flug nicht erlaubt. Eventuell vorhandene Wi-Fi-Dienste an Bord dürften jedoch genutzt werden. Auch Bluetooth-Geräte, etwa Funktastaturen, dürften betrieben werden. Die endgültigen Regelungen an Bord werden von der jeweiligen Fluggesellschaft festgelegt und mitgeteilt. Außerdem werden Vorschriften, Checklisten und das Training der Besatzung geändert.

Die Expertengruppe war zu dem Ergebnis gekommen, dass die meisten Verkehrsflugzeuge Funkstörungen durch mobile Elektronikgeräte ohne Probleme vertragen. Die FAA hat daraufhin neue Regeln festgelegt, nach denen die Airlines diese Verträglichkeit für ihre Flotte ermitteln können. Sobald diese Analyse vorliegt, kann der Gebrauch von elektronischen Geräten gestattet werden. Bei Schlechtwetteranflügen, wenn ein besonders empfindliches Instrumentenlandesystem benutzt wird, kann auch künftig zum Landeanflug das Abschalten aller Elektronikgeräte an Bord verlangt werden.

Über den Gebrauch von Mobiltelefonen im Sprachmodus an Bord will sich die FAA, wegen deren relativ starker Sendeleistung, noch mit der Kommunikationsbehörde FCC austauschen. Möglicherweise werden diese Regeln später gelockert.

 

Die FAA nennt folgende Checkliste für Passagiere: 

1. Machen Sie Sicherheit zu Ihrer Top-Priorität

2. Die Erleichterungen gelten nicht sofort. Prüfen Sie die aktuellen Regelungen Ihrer Airline.

3. bisherige Regelungen gelten weiter, bis eine FAA-Sicherheitsanalyse, eine FAA-Genehmigung für die Airline und neue Airline-Regelungen vorliegen.

4. Der Gebrauch von Mobiltelefonen für Sprachtelefonie bleibt an Bord verboten.

5. Alle Geräte dürfen nur im Flugmodus betrieben werden. Der Mobilfunk muss ausgeschaltet sein. Wi-Fi-Netze an Bord dürfen genutzt werden, Bluetooth-Geräte dürfen betrieben werden.

6. Schwere Geräte müssen bei Turbulenzen gesichert werden, um keine anderen Passagiere zu verletzen. Auch bei Start und Landung müssen sie im Gepäckfach oder unter dem Vordersitz sicher verstaut werden, damit eine eventuelle Notevakuierung nicht behindert wird.

7. Während des Sicherheitsbriefings durch die Flugbegleiter sollen die Geräte und auch alle Zeitungen beiseite gelegt werden, um die Anweisungen hören zu können. 

8. Bei Start und Landung müssen die Geräte auf Geheiss der Crew kurzzeitig verstaut werden.

9. Bei Schlechtwetteranflügen müssen die Geräte abgeschaltet werden.

10. Auf Anweisung der Crew müssen alle Geräte jederzeit ausgeschaltet werden.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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