Fernsehsender lassen unbemannte Boeing 727 bruchlanden

Für einen Dokumentarfilm über Flugzeugabstürze haben mehrere Fernsehsender am 27. April eine ferngesteuerte und unbemannte Boeing 727 in einer unbewohnten Wüste in Mexiko verunglücken lassen. Statt Passagieren waren Kameras und Test-Dummies an Bord.

Nach Angaben des amerikanischen Dokumentarfilmsenders Discovery Channel, für dessen neue Sendung "Curiosity" die Bruchlandung unter anderem statt fand, sei das dreistrahlige Flugzeug mit 170 Passagiersitzen noch bemannt gestartet worden. Der Pilot habe das Flugzeug erst kurz vor der geplanten Bruchlandung durch Absprung mit einem Fallschirm verlassen. Es habe bei dem geplanten und behördlich beaufsichtigten und genehmigten Manöver keine Verletzten und keine Schäden bei Dritten gegeben, so der Fernsehsender.

Filme der Bruchlandung zeigen das von einem Begleitflugzeug aus fern gesteuerte harte Aufsetzen der 727 in der Sonoran Wüste in Mexiko. Das Flugzeug flog mit ausgefahrenem Fahrwerk in einem leichten Sinkflug wie zur Landung an. Es setzte allerdings, scheinbar ohne Abfangen, zuerst mit dem Bugrad hart auf. Daraufhin brach die gesamte Cockpitsektion ab. In einer riesigen Staubwolke rutschte der weitgehend intakt bleibende restliche Rumpf über den sandigen Wüstenboden, ohne dass es zum Abreißen der Flügel oder einem Überschlag gekommen wäre. Auch ein Brand brach nicht aus.

Die Fernsehdokumentation für die Sender Discovery Channel, Channel 4 aus Großbritannien und Pro Sieben aus Deutschland sei ein "wissenschaftliches Experiment", so die Sender, das mit Dutzenden Kameras an Bord, am Boden und an Bord von Begleitflugzeugen gefilmt worden sei. Selbst der abspringende Pilot habe eine Helmkamera getragen. Die Auftragsproduktion sei von der britischen Dokumentarfilmfirma "Dragonfly Film and Television Productions" ausgeführt worden. Dabei seien 300 Mitarbeiter im Einsatz gewesen.

Bei dem Film gehe es darum, Absturzsituationen nachzustellen, die für Passagiere noch überlebbar seien. Experten könnten nun das Bruchverhalten des Flugzeugs studieren und auch die Auswirkungen auf die Flugzeuginsassen und deren Körper. Damit hoffe man, die Überlebenschancen verbessern zu können und auch die Technik mitgeführter, neuartiger Unfallaufzeichnungsgeräte.

Der Absturzort sei vom mexikanischen Militär und der dortigen Polizei abgeriegelt worden. Das Wrack werde nun geborgen und die Aufschlagstelle von einer renommierten Firma unter Aufsicht der mexikanischen Behörden gereinigt. Die TV-Ausstrahlung sei noch vor Jahresende 2012 vorgesehen.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



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