14.03.2015
Erschienen in: 10/ 2014 FLUG REVUE

Kaliforniens andere AirlineFlatrate-Fliegen mit Surf Air

Für eine feste Monatsgebühr darf man bei Surf Air so viel fliegen, wie man möchte. Jetzt wollen die Kalifornier Flotte und Aktionsraum deutlich vergrößern.

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Die Pilatus PC-12 im Dienst für Surf-Air. Foto und Copyright: Pilatus  

 

Mit einer im August 2014 erteilten Festbestellung von 15 Pilatus PC-12 NG im Wert von 65 Millionen Dollar (50 Mio. Euro) plus 50 Optionen, die den Auftragswert in den nächsten fünf Jahren noch auf bis zu 312 Millionen Dollar bringen könnten, plant die Regionalfluggesellschaft Surf Air aus Santa Monica einen Wachstumsschub.

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Im Cockpit der Pilatus PC-12 bei Surf Air sitzen jeweils zwei Piloten. In Australien fliegt das gleiche Muster auch im Ambulanzdienst beim Royal Flying Doctor Service von unbefestigten Pisten aus. Foto und Copyright: Pilatus  

 

Die kalifornische Airline befördert ausschließlich „Mitglieder“, die Aufnahmegebühr beträgt 500 Dollar. Anschließend wird eine monatliche Pauschalgebühr, derzeit 1599 Dollar, fällig, nach deren Entrichtung man einen Monat lang so oft man will im Netz von Surf Air fliegen darf.

Unterschiedliche Preisaufschläge ermöglichen auf Wunsch die Vorausbuchung von bis zu acht Streckensegmenten. Die Buchung erfolgt bequem per Smartphone-App. Derzeit fliegt Surf Air täglich 28-mal nach einem festen Flugplan zwischen Burbank, Hawthorne, San Carlos, Santa Barbara, Truckee Tahoo und Las Vegas.

Damit verknüpft sie das wohlhabende Hinterland der Großräume Los Angeles und San Francisco miteinander und macht sich die gut ausgebaute und nicht voll ausgelastete Infrastruktur regionaler Airports zunutze.

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Die Kabine (hier eine Geschäftsreisekonfiguration) bietet bis zu acht Passagieren Platz. Die Flüge dauern nicht länger als eineinhalb Stunden. Foto und Copyright: Pilatus  

 

Die Passagiere parken kostenlos, können kostenlos Gepäck aufgeben und erhalten kostenlos Imbisse und Getränke. Zielgruppe sind Autofahrer, die mehrmals wöchentlich die in Kalifornien typischen Pendlerfahrten bis zu fünf Stunden Dauer auf verstopften Freeways absolvieren müssen.

Die Flotte von Surf Air besteht aus drei gebrauchten, siebensitzigen Pilatus PC-12. Mit den neu bestellten, achtsitzigen PC-12 NG soll das Netz um die Ziele Oakland, Santa Ana, Sacramento, Carlsbad, San Diego, Monterey, Palm Springs, Sonoma, Mammoth Lakes, San Luis Obispo, Bakersfield und Scottsdale erweitert werden. Weitere Destinationen werde man vom Wohnort der neuen Mitglieder abhängig machen, kündigte die Airline an. Derzeit liege der Mitgliederbestand schon bei über 900 Personen. Weitere 350 Personen hätten bereits Anzahlungen geleistet, um ebenfalls Mitglied zu werden.

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Die rot markierten Städte werden bereits angeflogen, die grau markierten sind in Planung. Surf Air hat übrigens bereits eine Genehmigung für eigene Flüge außerhalb Kaliforniens beantragt. Foto und Copyright: Pilatus  

 

Die im Reiseflug bis zu 519 Stundenkilometer schnelle, einmotorige Pilatus PC-12, mit über 1300 Bestellungen einer der großen Verkaufsschlager von Pilatus, ist ein Exot im Regionalfluggeschäft, aber als Ambulanzflugzeug, für Spezialaufgaben und in der Allgemeinen Luftfahrt weit verbreitet. Dabei gilt das mit einem sparsamen und zuverlässigen  Turboprop-Triebwerk vom Typ Pratt & Whitney Canada-PT6A-67P ausgestattete Flugzeug wegen seiner geräumigen Druckkabine als vergleichsweise komfortabel. Für dringende Bedürfnisse gibt es sogar eine  kleine Toilette.

Obwohl es nicht vorgeschrieben ist, sitzen bei Surf Air immer zwei Piloten am Steuer. Vorstandschef ist seit Februar 2014 der frühere Vorstandsvorsitzende von Frontier Airlines, Jeff Potter. Surf Air hat nach eigener Aussage bereits 25 Ballungsräume in den USA ausgemacht, die für einen Flatrate-Regionalflugverkehr nach ihrem Konzept ebenfalls geeignet wären. Dafür benötigt das Unternehmen aber jeweils eine Betriebsgenehmigung der einzelnen Bundesstaaten.

FLUG REVUE Ausgabe 10/2014

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Sebastian Steinke


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