28.03.2014
FLUG REVUE

Ermittler errechnen kürzere FlugstreckeFlug MH370: Suchgebiet nach Norden verschoben

Die australischen Behörden haben das Suchgebiet nach Flug MH370 über 1000 Kilometer nach Norden verschoben. Das neue Suchgebiet liegt nun westlich von Australien im Indischen Ozean.

Boeing_P-8A_US_Navy_Seeraumüberwachungsflugzeug_U-Bootjäger

Die US Navy setzt künftig gleich zwei ihrer modernsten Seeraumüberwachungsflugzeuge Boeing P-8A Poseidon zur Suche nach Flug MH370 ein. Sobald die Suchflugzeuge Trümmer aufgespürt haben, hoffen Hilfsschiffe, per Unterwassermikrofon noch Peilsignale der Black Box am Meeresgrund aufspüren zu können. Foto und Copyright: US Navy  

 

"Glaubhafte, neue Informationen", der australischen Flugsicherheitsbehörde ATSB legten nahe, dass die Trümmer von Flug MH370 am ehesten in einem neuen Suchgebiet, 1100 Kilomter nordöstlichen des bisherigen Suchgebietes zu vermuten seien, teilte die australische Seefahrtbehörde AMSA am Freitag mit. Neue Berechnungen der Fluggeschwindigkeit der Boeing 777-200ER deuten darauf hin, dass das Flugzeug schneller unterwegs war, als bisher angenommen. Damit hätte sich auch der Treibstoffverbrauch erhöht, was wiederum die Reichweite verkürzt hätte.

Das 319000 Quadratkilometer große, neue Suchgebiet liegt 1850 Kilometer westlich von Perth. Die australische Behörde für Satellitenaufklärung, die Australian Geospatial-Intelligence Organisation (AGO), hat bereits ihre Fotosatelliten umprogrammiert, um Aufnahmen des neuen Suchgebietes zu erhalten. Die Wetterbedingungen haben sich wieder verbessert.

Als Suchflugzeuge sind am Freitag zwei australische Orion, eine Gulfstream 5 der japanischen Küstenwache, eine japanische und eine koreanische Orion, eine Hercules aus Korea, eine neuseeländische Orion, eine chinesische Il-76 und eine amerikanische P-8A Poseidon im Einsatz. Außerdem dient ein australisches Zivilflugzeug als fliegende Relaisstation.

Am Freitagmorgen befanden sich vier Suchflugzeuge über dem neuen Suchgebiet. Sechs weitere Flugzeuge bereiteten sich auf den Start vor. Australien hält eine weitere Orion auf der Basis RAAF Pearce abrufbereit, falls Trümmer gesichtet werden. Die US Navy hat eine zweite P-8A ins Suchgebiet beordert.

Außerdem sind fünf chinesische Suchschiffe und der australische Hochseeversorger HMAS Success ins Suchgebiet entsandt worden. Das von den USA zur Verfügung gestellte Unterwassermikrofon und die autonome Unterwasserdrohne "Bluefin 21" mit Sonarausstattung und zehn Mann Personal sind unterdessen in Perth eingetroffen. Sie sollen in dem zwischen 2000 bis 4000 Meter tiefen Ozean Peilsignale und Trümmer aufspüren. Die modulare Suchtechnik wird dazu auf dem von der australischen Marine angemieteten zivilen Hilfsschiff DMS Maritime Seahorse Standard installiert.

UPDATE 2:
Ein neuseeländisches Orion-Suchflugzeug hat am Freitag die Sichtung von möglichen Trümmerteilen im neuen Suchgebiet gemeldet. Dies bestätigte die australische Seefahrtbehörde AMSA am Mittag. Das Flugzeug kehrte daraufhin zur Basis zurück, wo seine mitgebrachten Fotos ausgewertet wurden. Demnach wurden zwei rechteckige Objekte in blauer und grauer Farbe gesichtet. Am Sonnabend soll das chinesische Suchschiff "Haixun 01" die Sichtungsstelle anlaufen und versuchen, die Teile zu finden und zu bergen. Es erhielt von der AMSA bereits die Positionsdaten.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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