30.12.2015
FLUG REVUE

airberlin-Großinvestor Etihad AirwaysGericht verbietet Teil der Codeshare-Flüge mit airberlin

Etihad Airways darf auf 31 Flugstrecken Codeshare-Flüge mit airberlin nicht mehr durchführen. Dies hat das Verwaltungsgericht Braunschweig am Mittwoch entschieden. Codeshare-Flüge auf weiteren 50 Strecken sind davon aber nicht betroffen.

Airbus_A320_airberlin_Erstflug_Stuttgart_Abu_Dhabi_Flaggen_Start

airberlin-Großinvestor Etihad Airways darf Codeshare-Flüge von und nach Deutschland nur noch eingeschränkt anbieten. Foto und Copyright: airberlin  

 

Die neuen Einschränkungen für die genannten 31 Flugstrecken gelten ab dem 16. Januar und mindestens bis zum Ende des Winterflugplans. In dem Beschluss führten die Richterinnen und Richter aus, dass die Voraussetzungen der erforderlichen Betriebsgenehmigung für die umstrittenen Flugstrecken nicht erfüllt seien. Die umstrittenen Flugstrecken seien kein Bestandteil der Vereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In dem vom Gericht zu entscheidenden Rechtsstreit ging es nur um das Code Sharing von Etihad Airways und airberlin auf 31 Flugstrecken. Die vom Luftfahrtbundesamt für den gesamten Winterflugplan genehmigten Code Share-Flüge auf über 50 weiteren Strecken waren nicht Gegenstand des Verfahrens.

Das Code Sharing ist ein Verfahren, bei dem sich zwei oder mehrere Fluggesellschaften einen Linienflug teilen. Jede der beteiligten Gesellschaften führt den Flug unter einer eigenen Flugnummer, dem Code. Das Verfahren ermöglicht den Fluggesellschaften, Flüge anzubieten, die sie gar nicht selbst durchführen. Das Luftfahrtbundesamt hatte in den vergangenen Flugplan-Perioden Code Share-Flüge von Etihad Airways und airberlin auch für die umstrittenen Strecken genehmigt, jedoch zuletzt bereits angekündigt, seine Entscheidungspraxis insoweit zu ändern, da man die zwischenstaatlichen Vereinbarungen nunmehr anders auslege.

Für den aktuellen Winterflugplan beantragte Etihad Airways eine vollumfängliche Betriebsgenehmigung beim Verwaltungsgericht Braunschweig. Das Gericht beschloss zunächst, diese Genehmigung befristet bis zum 8. November 2015 zu erteilen. Daraufhin genehmigte das Luftfahrtbundesamt die streitigen Verbindungen bis zum 15. Januar 2016. In der jetzt ergangenen Entscheidung der Kammer ging es um den noch verbleibenden Zeitraum des Winterflugplans (16. Januar bis 26. März 2016). Antragsgegnerin in dem Verfahren war die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Das Gericht hatte airberlin zu dem Verfahren beigeladen. Gegen den Beschluss können die Verfahrensbeteiligten das Rechtsmittel der Beschwerde beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einlegen. (Beschluss vom 29.12.2015, Aktenzeichen 2 B 369/15)

airberlin erklärte am Mittwoch, man bedauere die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Braunschweig. Für die Kunden entstünden dadurch keine Nachteile. Alle bisher gebuchten Codeshare-Flüge von Etihad Airways und airberlin würden wie geplant durchgeführt. Der zukünftige gemeinsame Flugplan bleibe unverändert buchbar. Auch alle Flüge über Abu Dhabi hinaus in das weltweite Etihad Airways Netzwerk würden weiter gemeinsam vermarktet. Man stehe weiter für den Wettbewerb in Deutschland. Etihad Airways stehe weiterhin zu airberlin. Etihad werde ihren Partner bei allen Schritten unterstützen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
James Hogan verlässt das Unternehmen Etihad-Gruppe baut Führung um

09.05.2017 - Die Etihad Aviation Group aus Abu Dhabi hat Ray Gammel übergangsweise zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Gruppe ernannt und angekündigt, dass der bisherige Präsident und Vorstandschef James Hogan das … weiter

Aktionäre stellen die Weichen Alitalia leitet Insolvenzverfahren ein

02.05.2017 - Die Aktionäre der defizitären italienischen Fluggesellschaft Alitalia haben nach dem in der Vorwoche gescheiterten Rettungsplan am Dienstag entschieden, ein Insolvenzverfahren einzuleiten. … weiter

Restrukturierung airberlin macht mehr Verlust

28.04.2017 - airberlin hat 2016 nochmals erheblich höhere Verluste eingeflogen. Wann die laufende Restrukturierung Verbesserungen bringt ist unklar. … weiter

Mitarbeiter lehnen Rettungsplan ab Alitalia: Lage spitzt sich zu

25.04.2017 - Der defizitären, italienischen Fluggesellschaft Alitalia droht eine Liquiditätskrise. Die Mitarbeiter der Airline lehnten einen zuvor von Regierung und Gewerkschaften ausgehandelten Rettungsplan ab. … weiter

ZIM Flugsitz Drei Airlines entscheiden sich für neuen Economy-Sitz

25.04.2017 - Leicht und mehr Beinfreiheit: ZIM Flugsitz hat mit dem weiterentwickelten Economy-Sitz EC01 NG drei Fluggesellschaften überzeugt. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 06/2017

FLUG REVUE
06/2017
08.05.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Ryanair: Billig-Gigant in der Offensive
Kabinendesign: Wie eng sitzen wir morgen?
Marinehubschrauber: Die Alleskönner für den Bordeinsatz
US Navy: Teststaffel in Pax River
Raumtransporter: So kommt lebenswichtige Fracht zur ISS
Hightech-Triebwerke: Power für Business Jets

aerokurier iPad-App