06.10.2016
FLUG REVUE

Sofortmaßnahmen gegen FlugausfälleGewerkschafter schließen Krisenvereinbarung mit airberlin

Nach tagelangen Flugausfällen bei airberlin und TUIfly haben sich die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und ver.di mit der Geschäftsleitung über eine freiwillige Hilfe gegen nochmalige Flugausfälle verständigt.

airberlin Boeing 737-800

airberlin leidet seit einigen Tagen unter einer Krankheitswelle in Cockpit und Kabine, wegen der zahlreiche Flüge ihres Leasingpartners TUIfly kurzfristig ausfallen mussten. Archivbild und Copyright: Fraport AG  

 

Nach den zunehmenden Flugausfällen der vergangene Tage, bei denen am Mittwoch bereits rund 25 Prozent der Flüge ausgefallen waren, kletterte die Quote am Donnerstag auf fast die Hälfte. Offizieller Grund der Flugausfälle waren plötzliche Krankmeldungen von Mitarbeitern, inoffizieller Grund Proteste gegen die geplanten Umstrukturierungen zu einem neuen Unternehmen. Von den massiven Flugstreichungen bei TUIfly waren und sind in hohem Maße auch airberlin-Flüge betroffen, die von TUIfly im Wet-Lease geflogen werden. airberlin hatte versucht, durch das kurzfristige Anmieten von 18 Flugzeugen möglichst viele Flüge trotzdem durchführen zu können.

Am Donnerstag vereinbarte airberlin mit der Vereinigung Cockpit, der ver.di Tarifkommission Kabine und dem Gesamtbetriebsrat, "dringende Sofortmaßnahmen in Kraft zu setzen, mit dem Ziel, den Flugbetrieb zu stabilisieren und die Einschränkungen für Fluggäste so gering wie möglich zu halten", wie die Vereinigung Cockpit mitteilte. Vor diesem Hintergrund rufe airberlin, gemeinsam mit der Vereinigung Cockpit, der Tarifkommission ver.di und dem Gesamtbetriebsrat ihre Piloten, Flugbegleiter und Bodenmitarbeiter dazu auf, auf freiwilliger Basis Sondereinsätze zu leisten. Die Laufzeit für diese Sondervereinbarung sei vorerst auf den Zeitraum vom 5.10.2016 bis 9.10.2016 begrenzt. 

Stefan Pichler, CEO airberlin, sagte: „Ich möchte mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen für die Zeichen der Solidarität und die Teamarbeit bedanken. Dies zeigt erneut den Zusammenhalt und die Stärke unserer Mitarbeiter und Partner. Gemeinsam schaffen wir es. Wir fokussieren uns nun auf die Sicherstellung eines Flugplans, der die Erwartungen unserer Passagiere erfüllt.“

 

UPDATE:

Am Donnerstagnachmittag teilte airberlin mit, dass sie auch von den Fluggesellschaften der Etihad-Gruppe Unterstützung erhalte. Diese Partner-Airlines des sogenannten Etihad Airways Partner-Verbunds (EAP) unterstützten airberlin bei der Stabilisierung der Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb. Zu EAP gehören airberlin, Etihad Airways, Alitalia, Air Serbia, Air Seychelles, Jet Airways und Etihad Regional.

Etihad Airways stelle airberlin ab Freitag, dem 7. Oktober 2016, einen Airbus A340 zur Verfügung. airberlin habe von Alitalia bereits einen Airbus A321 erhalten und solle noch ein zweites Flugzeug bekommen. Darüber hinaus habe Air Serbia eine Boeing 737 an airberlin übergeben und stelle in den nächsten Tagen voraussichtlich noch zwei weitere Flugzeuge zur Verfügung. Stefan Pichler, CEO airberlin: „Die Unterstützung, die wir von unseren EAP-Fluggesellschaften erhalten, zeigt erneut die Vorteile und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit, die sich durch unsere Mitgliedschaft in diesem bedeutsamen Verbund eröffnen.“

 

UPDATE 2: 

Bei TUIfly selbst kommt es dagegen weiterhin zu erheblichen Beeinträchtigungen.

Hier finden Sie eine Liste der Flüge: http://www.tuifly.com/downloads/info.pdf

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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