30.10.2012
FLUG REVUE

Günstig-Airlines auf Erholungskurs

Starke Wachstumsraten markierten vor rund zehn Jahren die Anfangsphase der Low Cost Flieger in Deutschland. Mittlerweile zeigen sich deutliche Sättigungstendenzen, und die Streckenanzahl pendelt sich bei etwa 650 Verbindungen in und ab Deutschland ein.

Günstig-Airlines auf Erholungskurs

Flugzeuge von Germanwings auf dem Flughafen Köln/Bonn. © DLR  

 

Nach einem Rückgang 2011 kommt es 2012 erstmals wieder zu einer leichten Zunahme der angebotenen Strecken (plus zwei Prozent). Europaweit wuchs die Anzahl der Low-Cost-Verbindungen um sechs Prozent. Insgesamt 7000 europäische Low-Cost-Strecken im Sommer 2012 sind sogar ein neuer Rekord! Diese und weitere aktuelle Ergebnisse zur Entwicklung der Günstigflieger enthält der nun erschienene "Low Cost Monitor 2/2012" (LCM) des DLR, der seit 2006 jeweils im Frühling und im Herbst veröffentlicht wird.

An Großflughäfen wie Berlin-Tegel erhöhte sich die Anzahl der Angebote (plus 30 Flüge pro Woche). Der Hauptstadtflughafen ist mit knapp 650 wöchentlichen Flügen die größte Drehscheibe für Low-Cost-Carrier (LCC) in Deutschland. Ebenso gab es Zuwächse an zahlreichen kleineren Flughäfen, wie Hahn oder Memmingen, die im letzten Jahr noch Verluste hinnehmen mussten. Berlin-Schönefeld, Köln/Bonn, Hamburg, München und Frankfurt indessen verzeichneten einen Rückgang der Angebote. Die Zahl innerdeutscher Strecken ging um mehr als acht Prozent zurück. Demgegenüber steht ein starkes Wachstum im Spaniengeschäft, wobei hier ein neuer Rekord sowohl an Flügen (790 Starts pro Woche) als auch an Strecken (96 Verbindungen) erreicht werden konnte. Im ersten Halbjahr 2012 nutzten 29 Millionen Passagiere die Angebote von Low-Cost-Airlines in Deutschland. Das entspricht einem Marktanteil von rund 30 Prozent (minus drei Prozent zum Vorjahr).

Insgesamt erholte sich die Branche leicht. Die Zahl der Starts kletterte gegenüber 2011 um anderthalb Prozent auf nunmehr 4900 Flüge pro Woche in und ab Deutschland (5400 Starts, Rekord 2010). Die sieben größten Low-Cost-Carrier (Air Berlin, Germanwings, Ryanair, Easyjet, Intersky, Wizz, flybe) vereinen im Sommer 2012 einen Anteil von 94 Prozent des LCC-Marktes auf sich. Je nach Carrier lagen die über alle Strecken und Buchungszeiten ermittelten Durchschnittspreise zwischen 70 und 120 Euro brutto. Die Preisspanne hat sich erneut angenähert.

Ryanair und Easyjet sind weiter die Schwergewichte auf dem europäischen Luftverkehrsmarkt im Segment Low Cost. Mit einem Anteil von mehr als 44 Prozent (plus ein Prozent zum Vorjahr) bieten beide Airlines zusammengerechnet fast die Hälfte aller europäischen Low-Cost-Flüge an. Mit europaweit mehr als 11.700 Starts pro Woche sowie rund 2600 Strecken verfügt Ryanair über das größte Verkehrsangebot. Das Zielland Nummer eins der Low-Cost-Flieger bleibt Großbritannien. Deutschland war lange das Land mit dem zweithöchsten Angebot. Nun liegen Spanien und Italien auf den Plätzen zwei und drei; Deutschland folgt auf dem vierten Platz. Der europäische Flughafen mit den aktuell meisten Low-Cost-Angeboten ist Barcelona, zuvor waren es London-Gatwick und London-Stansted. Berlin-Tegel folgt wie in den letzten Jahren auf Platz 15. Inzwischen gibt es Low-Cost-Angebote in fast 45 europäischen Ländern.

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer



  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App