28.04.2010
FLUG REVUE

IATA MärzIATA-Bilanz für März: Aufwärtstrend im Flugverkehr hält an

Die Passagiernachfrage im internationalen Luftverkehr ist im März 2010 gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,3 Prozent gestiegen. Das erklärte der die IATA in ihrer Bilanz für den März.

Symbolfoto IATA Zahlen

In der IATA sind nahezu alle großen Airlines zusammengeschlossen. Der Verband gibt regelmäßig Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage der Branche (C) Archivfoto: FLUG REVUE / Stolzke  

 

Im Frachtbereich ist die Nachfrage im März nach Angaben der IATA um 28,1 Prozent gestiegen. Damit hat das Wachstum verglichen mit Februar 2010 (9,0 Prozent im Passagier- und 26,3 Prozent im Frachtbereich) erneut zugelegt.

Die starken Zugewinne relativieren sich nach Einschätzung des Branchenverbandes angesichts des Vergleichsmonats März 2009, der während der Wirtschaftskrise einen Tiefpunkt bei der Verkehrsnachfrage darstellte.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der International Air Transport Association erklärte: „Die Zahlen im März zeigen, dass das Tempo des Aufschwungs hoch ist. Aber das Trauma der Rezession ist noch nicht vorbei. Die Branche hat zwei Jahre Wachstum verloren und die Nachfrage liegt noch immer 1 Prozent unter den Spitzenwerten von Anfang 2008. Trotzdem ist das Tempo des Aufschwungs bedingt durch eine verbesserte wirtschaftliche Gesamtsituation deutlich schneller als noch vor sechs Monaten erwartet.“

Mit 78 Prozent lag die Auslastung im Passagiergeschäft im März auf Rekordniveau. Während die Nachfrage um 10,3 Prozent zugelegt hat, sind die Kapazitäten jedoch nur um 2,0 Prozent gestiegen, was zu einer Erhöhung der Auslastung sowie einem knapperen Verhältnis von Angebot und Nachfrage geführt hat. Weltweit liegen die Kapazitäten 3 bis 4 Prozent unter Vorkrisen-Niveau.

Auch im internationalen Frachtgeschäft wird das knappere Verhältnis von Angebot und Nachfrage spürbar. Hier steht eine Steigerung der Nachfrage um 28,1 Prozent einer Ausweitung der Kapazitäten um 5,3 Prozent gegenüber. Die Auslastung stieg auf 57,1 Prozent, den höchsten Wert seit November 2002 (58,8 Prozent).

Regional betrachtet spiegelt sich in der Verkehrsnachfrage eine ungleichmäßige wirtschaftliche Erholung wider, heißt es von der IATA. In Europa und Nordamerika ist die Nachfrage im Passagierverkehr im März verglichen mit dem weltweiten Branchenschnitt nur unterdurchschnittlich um 6,0 und 7,8 Prozent gestiegen.

Fluggesellschaften in Europa haben ihre Kapazitäten verglichen mit dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent zurückgefahren. Gegenüber Februar hat das Wachstum bei der Passagiernachfrage jedoch deutlich angezogen. Es lag im Vormonat in Europa bei 4,0 Prozent, in Nordamerika bei 4,4 Prozent.

Das stärkste Wachstum aller Regionen verzeichnen mit 25,9 Prozent Fluggesellschaften aus dem Nahen und Mittleren Osten. Verantwortlich sind ein starkes Wirtschaftswachstum von 5 Prozent sowie Zuwächse bei Marktanteilen auf Langstreckenverbindungen über Drehkreuze im Nahen und Mittleren Osten. Airlines im asiatisch-pazifischen Raum melden im März ein Wachstum der Passagiernachfrage von 12,6 Prozent, Fluggesellschaften in Afrika von 13,6 Prozent. Mit 4,6 Prozent verzeichneten Airlines in Lateinamerika das schwächste Wachstum aller Regionen. Es liegt – bedingt durch die Folgen des Erdbebens in Chile – deutlich unter den 8,5 Prozent Wachstum im Februar.

Nach der starken Erholung bei den Verkehrszahlen wird im April als Folge des Vulkanausbruchs auf Island und der sechstägigen Schließung eines Großteils des europäischen Luftraums ein Rückgang erwartet.

„Die europäischen Fluggesellschaften verzeichneten bereits im März den geringsten Aufschwung nach der Finanzkrise. Die Krise um die Vulkanasche hat den schwächsten Teil der Branche am härtesten getroffen. Der Großteil der 1,7 Milliarden US-Dollar Verlust geht auf das Konto europäischer Fluggesellschaften. Die Krise hat keine Auswirkungen auf das Vertrauen der Passagiere und wir erwarten eine rasche Erholung. Doch die Folgen von Einnahmeausfällen und gestiegenen Kosten werden sicherlich zu einem Tiefpunkt führen“, so Bisignani weiter.



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