27.06.2016
aero.de

Brexit-FolgenIATA rechnet mit bis zu 5 Prozent weniger Passagieren

Der internationale Airlineverband IATA erwartet eine spürbare "Brexit"-Delle in der Entwicklung von Großbritanniens Verkehrsluftfahrt. Eine von der IATA erstellte Studie errechnet nach dem EU-Austritt "3 bis 5 Prozent" weniger Passagiere bis 2020 als im Falle eines Verbleibs möglich wären.

IATA-Grafik nach Brexit UK-Exposition europäischer Airlines

IATA: UK-Exposition europäischer Airlines. Grafik und Copyright: IATA  

 

IATA-Studie: Impact of Brexit on UK Air Transport

Die IATA geht davon aus, dass der Brexit "nicht nur einmalig, sondern dauerhaft" auf Großbritanniens Wirtschaftsleistung lasten wird. Auf kurze Sicht erwartet der Verband - als unmittelbare Folge des Austritt-Votums - im britischen Luftverkehr "1,0 bis 1,5 Prozent" weniger Wachstum pro Jahr.

"Insgesamt betrachtet stellt die EU für Großbritannien eindeutig den größten Zielmarkt dar, auf den 49 Prozent aller Passagiere und 54 Prozent aller Flüge entfallen", schreibt die IATA. Auch für die Entwicklung der Luftfracht senkt die IATA ihre Prognose, will die Auswirkungen aber noch nicht quantifizieren.

"Im Jahr 2015 gab es 117 Millionen Passagierreisen zwischen Großbritannien und der EU", sagte IATA-Generaldirektor Tony Tyler. "Das Brexit-Votum sorgt an vielen Stellen für Unsicherheit". Ein "sicherer, effizienter und nachhaltiger Luftverkehr" zwischen Großbritannien und EU liege im beidseitigen Interesse.

IATA: Brexit trifft Ryanair und Easyjet hart

Easyjet und Ryanair werden den Brexit nach Daten der IATA am meisten spüren - sie konzentrieren erhebliche Teile ihres Angebots auf Verkehre zwischen dem Vereinigten Königreich und den 27 übrigen EU-Staaten. So fliege Easyjet 49 Prozent ihrer angebotenen Kilometer zwischen Insel und Kontinent.

Ein Verbleib Großbritanniens im gemeinsamen europäischen Luftverkehrsraum (ECAA) wäre laut IATA die pragmatischte Lösung, um Marktzugang zu erhalten. Anders als in einem horizontalen Luftfahrtabkommen UK - EU müsste sich die britische Regierung im ECAA allerdings mit EU-Spielregeln abfinden.

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aero.de/Dennis Dahlenburg


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