23.02.2011
FLUG REVUE

IATA Sicherheitsbilanz 2010IATA stellt Sicherheitsbilanz für 2010 vor

Die IATA hat am Mittwoch ihre Sicherheitsbilanz für das Jahr 2010 präsentiert. Demnach ist die Unfallquote auf einem historisch niedrigen Niveau. Dennoch bleiben regionale Unterschiede bei den Zahlen.

Nach Angaben der IATA lag die weltweite Unfallquote bei 0,61 Totalverlusten pro eine Million Flüge. Gegenüber 0,71 Totalverlusten pro eine Million Flüge im Jahr 2009 sei dies eine deutliche Verbesserung, hieß es von dem Dachverband.

Die Quote lag im vergangenen Jahr auf dem niedrigsten Stand in der Geschichte der Luftfahrt und sogar noch niedriger als im bisherigen Rekordjahr 2006, in dem 0,65 Totalverluste pro eine Million Flüge verzeichnet wurden.

Wie die IATA weiter mitteilte, ist damit ist die Unfallquote in den vergangenen zehn Jahren um 42 Prozent gesunken. Als Totalverlust gilt ein Unfall, bei dem ein Flugzeug zerstört oder so stark geschädigt wird, dass es nicht mehr repariert werden kann.

Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA erklärte: „Sicherheit hat höchste Priorität. Die niedrigste Unfallquote in der Geschichte der Luftfahrt zeigt, dass dieses Bekenntnis Früchte trägt. Fliegen ist sicher. Aber jedes einzelne Opfer ist eine menschliche Tragödie und ermahnt uns an das Ziel, überhaupt keine Unfälle und keine Opfer zu verzeichnen. Wir müssen uns weiter darauf konzentrieren, diesem Ziel Jahr für Jahr ein Stück näher zu kommen.“

Die IATA-Mitgliedsgesellschaften schneiden nach Angaben des Verbandes mit einer Unfallrate von 0,25 Totalverlusten pro eine Million Flüge besser als der weltweite Durchschnitt ab. Seit 1. April 2009 sind alle 234 Mitglieder IOSA-zertifiziert.

„Seit April 2009 ist das IOSA-Zertifikat Pflicht für alle IATA-Mitglieder. Im ersten vollen Jahr seit Inkrafttreten dieser Regelung liegt die Unfallquote für IATA-Fluggesellschaften so niedrig wie noch nie. Die Zahlen bestätigen, dass IOSA weltweit zu Verbesserungen bei der Sicherheit führt“, sagte Bisignani.

Die Statistik zeigt aber auch regionale Unterschiede. Während die Unfallquote in der GUS (0,00), Nordamerika (0,10), Nordasien (0,34) und Europa (0,45) besser als im weltweiten Durchschnitt war, schnitten der asiatischpazifische Raum (0,80) sowie der Nahe und Mittlere Osten und Nordafrika (0,72) schlechter ab, wobei sich letztere Region gegenüber 2009 (3,32) deutlich verbessern konnte.

In Lateinamerika und der Karibik lag die Unfallquote bei 1,87 Totalverlusten pro eine Million Flüge, erklärte die IATA. Schlusslicht der Statistik bleibt Afrika mit einer Quote von 7,41 Totalverlusten pro eine Million Flüge, wobei IOSA-zertifizierte Fluggesellschaften um mehr als 50 Prozent besser abschnitten als afrikanische Airlines, die nicht über das Sicherheitszertifikat der IATA verfügen.

In 21 Prozent der Unfälle kam es zu Abweichungen von der Start- und Landebahn („runway excursions“), davon bei mehr als einem Drittel der Fälle auf feuchter oder nasser Piste. Beschädigungen am Boden („ground damage“) wurden bei 11 Prozent der Unfälle verzeichnet.

Bisignani erklärte nach Angaben der IATA: „Sicherheit ist eine ständige Herausforderung. Die Luftfahrtindustrie und die Regierungen müssen den Austausch von Daten beschleunigen. Im Jahr 2010 hat die IATA das Global Safety Information Center (GSIC) gestartet, das eine bislang unerreichte Fülle an Informationen bietet. Mehr als 430 verschiedene Organisationen füttern das GSIC mit Daten zur Flugsicherheit. Über 50 Prozent der IATA Mitglieder nehmen bereits an dem System teil. Ein signifikanter Ausbau des GSIC ist für die kommenden Jahre geplant und wird die Luftfahrt weiter voranbringen. Wir werden uns für Verbesserungen einsetzen, die eine sichere Branche noch sicherer machen.“



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