24.03.2009
FLUG REVUE

IATA PrognoseIATA veröffentlicht Finanzprognose - Milliardenverluste

Die International Air Transport Association (IATA) hat ihre revidierte Finanzprognose für das Jahr 2009 veröffentlicht. Der Verband erwartet Branchenverluste von rund fünf Milliarden US-Dollar.

Symbolfoto IATA Zahlen

In der IATA sind nahezu alle großen Airlines zusammengeschlossen. Der Verband gibt regelmäßig Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage der Branche (C) Archivfoto: FLUG REVUE / Stolzke  

 

Die weltweite Finanzkrise wirkt sich dramatisch auf die Luftfahrtindustrie aus, hieß es von der IATA. Wurde im Dezember 2008 noch ein Verlust von 2,5 Milliarden US-Dollar für 2009 prognostiziert, rechnet die IATA im globalen Luftverkehr in diesem Jahr mit Verlusten in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar. Als Ursache gibt die IATA die rapide Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an.

Der aktuellen Finanzprognose zufolge sinken die Umsätze in der Luftfahrtindustrie in diesem Jahr um 12 Prozent (63 Milliarden US-Dollar) auf 467 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Bei einem früheren Umsatzrückgang nach den Ereignissen des 11. September 2001 sanken die Umsätze in der Luftfahrtindustrie in den Jahren 2000 bis 2002 um insgesamt 23 Milliarden US-Dollar (rund 7 Prozent)

„Die derzeitige Lage in der Luftfahrtindustrie ist sehr düster“, warnte Giovanni Bisignani, Director General und CEO der IATA. „Vor einigen Monaten war noch nicht vorherzusehen, wie schnell die Nachfrage im Zuge der wirtschaftlichen Einbrüche zurückgehen wird. Wir erwarten jetzt für das Jahr 2009 Verluste in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit der Verschuldung der Industrie, die rund 170 Milliarden US-Dollar beträgt, herrscht derzeit ein enormer Druck auf die Jahresbilanzen.“

Es wird nach Einschätzung der IATA erwartet, dass die Nachfrage in diesem Jahr weiter sinkt und das Passagieraufkommen insgesamt um 5,7 Prozent zurückgeht. Vor allem im Premium-Sektor wird mit massiven Einbrüchen gerechnet. Für den Frachtbereich wird ein Minus von 13 Prozent vorhergesagt.

Die fallenden Treibstoffpreise verhindern noch höhere Verluste. Mit erwarteten 50 US-Dollar pro Barrel (Brent Oil) werden die Kosten für Kerosin rund 25 Prozent der operativen Kosten ausmachen (im Jahr 2008 waren es 32 Prozent bei durchschnittlich 99 US-Dollar pro Barrel). Zusammen mit der geringeren Nachfrage werden die Gesamtausgaben für Treibstoff auf 116 Milliarden US-Dollar fallen (im Jahr 2008 waren es 168 Milliarden US-Dollar).

Zugleich passte die IATA die Verluste für 2008 von 5 Milliarden US-Dollar auf 8,5 Milliarden US-Dollar an. Das vierte Quartal des Vorjahres war besonders schwierig, da die Fluggesellschaften große Verluste im Zusammenhang mit Treibstoff-Hedging und einen starken Rückgang bei den Premium-Reisen sowie im Frachtbereich meldeten.

Airlines im asiatisch-pazifische Raum werden der IATA zufolge am stärksten von den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen. Hier werden für 2009 Verluste in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar erwartet (bisher wurden 1,1 Milliarden US-Dollar prognostiziert).

Fluggesellschaften in Nordamerika dagegen werden weltweit am besten abschneiden, die IATA erwartet in diesem Jahr für die US-Carrier einen Gewinn in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Die Airlines profitieren demnach von einer umsichtigen Kapazitätsanpassung und niedrigeren Treibstoffpreisen, erklärte der Verband.

Für Europa erwartet die IATA im Jahr 2009 Verluste in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar. Auch für Lateinamerika und Afrika wird mit einem Minus von jeweils 600 Millionen US-Dollar gerechnet.

Der Mittlere Osten ist der IATA zufolge die einzige Region mit einem Nachfrageplus im Jahr 2009, zugleich werden jedoch die Kapazitäten der Airlines stärker als benötigt erhöht. Deshalb sagt die IATA für die Region in diesem Jahr einen finanziellen Verlust in Höhe von 900 Millionen US-Dollar voraus.

„Die Perspektiven der Fluggesellschaften hängen von der Erholung der Wirtschaft ab“, so Giovanni Bisignani. „Es wird ein düsteres Jahr 2009. Die Lage könnte sich zum Jahresende hin verbessern, wer jedoch eine signifikante Verbesserung für 2010 erwartet, benötigt deutlich mehr Optimismus als Realitätssinn.“



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