13.05.2016
aero.de

Dünne PersonaldeckeInsider: Lufthansa hat ein Bereederungsproblem

Der faktische Einstellungsstopp in den Cockpits der Lufthansa bleibt offenbar nicht ohne Folgen für die Bereederung der Flotten. Carsten Spohr korrigierte die Kapazitätsprognose für den Sommer nach unten und will drei A340 parken. Bald sollen A320-Kapitäne auf der Langstrecke aushelfen.

Airbus A320neo Lufthansa D-AINA Finkenwerder

Airbus A320neo der Lufthansa. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

"Es gibt im Markt zu viel Kapazität", begründete Spohr gegenüber "Bloomberg" die Abkehr vom bisherigen Ausbauplan 2016. Im Konzern vermutet man allerdings, dass sich das Management bei der Personalplanung für Cockpit und Kabine grob verkalkuliert haben könnte.

Einige A340-600 seien bereits "auf Malta und in Spanien" abgestellt, sagte uns ein Lufthansa-Insider. Eurowings hole ausgeliehene A320 derzeit nicht zurück, da die Flieger derzeit auch hier nicht bereedert werden könnten. "Extreme Bereederungsprobleme" gebe es auch auf der Langstrecke.

Allem Anschein nach hat Eurowings tatsächlich Schwierigkeiten, Personal für ihre A330-Cockpits zu gewinnen. In einer konzerninternen Stellenausschreibung (liegt aero.de vor) wendet sich Lufthansa aktuell an Germanwings A320-Kapitäne.

Bis zu 20 Kapitäne der Germanwings GmbH will Lufthansa ab 01. Oktober auf A330 schulen und "im Wege der Arbeitnehmerüberlassung" zunächst für 18 Monate an Sunexpress Deutschland ausleihen, die für Eurowings Langstrecke fliegt. Eine monatliche "Mobilitätszulage" von 800,00 Euro ist Teil des Pakets.

Da Lufthansa im laufenden Tarifkonflikt mit der Vereinigung Cockpit (VC) keine neuen Piloten zu konzerntariflichen Konditionen anstellt bleibt offen, wie die 20 Kapitäne in der A320-Flotte ersetzt werden.

"Hoher Druck auf die Personalsituation"

Es gebe "hohen Druck auf die Personalsituation" in den Cockpits, schätzte VC-Sprecher Markus Wahl am Freitag gegenüber aero.de die Lage ein. Bereits vor den Sommermonaten berichteten Piloten von hoher Arbeitsbelastung und "Überstunden am Limit".

Dabei stünden Lufthansa hunderte an der Konzernflugschule ausgebildete Nachwuchspiloten zur Verfügung, die jederzeit anfangen könnten.

Von ähnlicher Belastung berichten die Flugbegleiter. Lufthansa wird in der Economy Class der Airbus A330 und Boeing 747-400 von Juni bis September einen Flugbegleiter pro Flug weniger einsetzen und begründete dies am Dienstag mit einem "hohen Krankenstand beim Kabinenpersonal".

"Die Krankenquote ist genauso hoch wie sie die letzten zwei Jahre war", entgegnete Nicoley Baublies, Vorstand der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO. Tatsächlich habe Lufthansa bei Einstiegsgehältern von 1.380 Euro schlichtweg nicht genug neues Personal gefunden, um Flugbegleiterkurse zu füllen.

aero.de/Dennis Dahlenburg


Weitere interessante Inhalte
Flaggschiff kommt 2018 auch nach Bayern Lufthansa stationiert fünf A380 in München

13.06.2017 - Lufthansa erweitert ihr Langstreckenangebot ab München ab Sommer 2018 mit fünf A380. Die Doppelstock-Riesen werden aus Hessen abgezogen, wo sich Lufthansa mit Fraport über die Ryanair-Ansiedlung … weiter

Emissionstests von Lufthansa Weniger Feinstaub durch Biokerosin

08.06.2017 - Lufthansa hat in Zusammenarbeit mit Lufthansa Technik und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen noch nicht zugelassenen vollsynthetischen Biotreibstoff untersucht und dabei … weiter

Großauftrag bei Cirrus Neue Schulflugzeuge für Lufthansa

06.06.2017 - Die Lufthansa-Flugschule "Lufthansa Aviation Training" (LAT) in Phoenix modernisiert ihre Flotte und kauft 25 neue Flugzeuge vom Typ Cirrus SR 20. Das Investitionsvolumen beträgt rund 11,5 Millionen … weiter

Neue berufliche Perspektiven für Flugbegleiter Lufthansa kreiert IHK-Abschluss für Dienstleistungssektor

02.06.2017 - In Kooperation mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO und der Fernschule ILS hat die Deutsche Lufthansa eine Weiterbildung geschaffen. Dem Kabinenpersonal soll diese neue Möglichkeiten auf dem … weiter

Bauarbeiten verringern die Flughafenkapazität Frankfurt erneuert Startbahn 18 West

18.05.2017 - Die Fraport AG erneuert die Startbahn 18 West in Frankfurt. Auf rund 1450 Metern Länge wird der Startbahnbelag erneuert. Bei dieser Gelegenheit installieren die Hessen auch noch eine sparsame … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App