01.04.2014
FLUG REVUE

Air France verkauft RegionalairlinesIntro übernimmt CityJet und VLM

Das deutsche Unternehmen Intro Aviation GmbH von Hans Rudolf Wöhrl wird zum 1. Mai die Fluggesellschaften CityJet und VLM von Air France übernehmen.

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Der wichtigste Knotenpunkt im Netz von CityJet ist der Londoner Stadtflughafen London City Airport. Hier können nur steilanflugtaugliche Flugzeugmuster, wie der abgebildete Avro RJ85, eingesetzt werden. Foto und Copyright: London City Airport  

 

Nach dreizehnmonatiger Verhandlungsdauer habe Air France am 28. März das Angebot der Intro Aviation GmbH zur Übernahme von CityJet (Dublin) und VLM (Antwerpen) angenommen, teilte Intro mit. Frédéric Gagey, Vorstandsvorsitzender der Air France-Gruppe und Hans Rudolf Wöhrl, Gründer und Hauptgesellschafter der Intro-Gruppe hätten die Verkaufsdokumente bereits unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Laut Intro gebe es nun eine "echte Zukunftsperspektive" für die beiden Regionalfluggesellschaften. Man habe ausdrücklich auch kein "Sanierungsprogramm", sondern ein "Zukunftsprogramm" erarbeitet. Auch die Gewerkschaften hätten ihre Zustimmung bereits erteilt.

Die irische CityJet und die belgische VLM haben mit 21 BAE Avro RJ85 (100 Sitzplätze) und zwölf Fokker F50-Turboprops (50 Sitzplätze) eine beachtlicher Größe im europäischen Regionalmarkt. Netztschwerpunkte sind dabei der Stadtflughafen London City Airport mit im letzten Jahr 26647 Flugbewegungen, dicht gefolgt von Dublin, Amsterdam, Paris und Antwerpen. Insgesamt werden rund 750 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahre 2013 beförderte CityJet rund 2,2 Mio. Passagiere. Air France sah dennoch langfristig keine Möglichkeit, die Regionaltöchter wirtschaftlich zu betreiben.

Laut Intro Aviation passt CityJet dagegen sehr gut in ihr geplantes, eigenes europäisches Regionalangebot. Die Airline stelle eine Ergänzung zu InterSky dar und lasse auf eine Reihe von Synergien hoffen. Der Vorteil dabei sei, dass kein Arbeitsplatzabbau erfolgen müsse, da viele Leistungen bisher von Air France erbracht worden seien und künftig in Eigenregie zu bearbeiten seien.

Mit Bedauern habe man bei Intro Aviation zur Kenntnis genommen, dass bereits vor ihrer Übernahme die Strecken von London nach Nürnberg, Paderborn und Münster von dem bisherigen Gesellschafter eingestellt worden seien. "Die Entscheidung ist zwar nachvollziehbar, aber vielleicht finden wir irgendwann in der Zukunft wieder eine Möglichkeit die eine oder andere Verbindung doch wieder aufzunehmen", sagte Hans Rudolf Wöhrl.

Die eigentliche Übernahme soll zum 1. Mai 2014 stattfinden. Bis dahin sind noch eine Reihe von gesellschaftsrechtlichen und organisatorischen Maßnahmen erforderlich, denn bis dahin müssen alle administrativen Verflechtungen mit Air France beendet sein. Die kaufmännische Zusammenarbeit mit Air France werde nach Übernahme aber fortgesetzt. So werde Intro "einige Flugzeuge" im Auftragsdienst für Air France aus Paris betreiben. Zudem werde das gegenwärtige Streckenprofil weiterhin in Kooperation mit Air France angeboten. Dennoch werde künftig zusätzlich auch die enge Zusammenarbeit mit anderen europäischen Fluggesellschaften angestrebt.

"Zwei Punkte stehen jetzt bei uns im Vordergrund", so Peter Oncken, geschäftsführender Gesellschafter der Intro Aviation und zukünftiges Board Mitglied bei CityJet. "Abgesehen von der Tatsache, die Air France-Kultur durch eine flexible mittelständische Unternehmenskultur zu ersetzen, müssen wir einen eigenständigen Winterflugplan ab Oktober 2014 entwickeln und sehr schnell die vorhandenen Flugzeuge durch modernere Maschinen ersetzen. Das ist kein ganz leichtes Unterfangen, denn nur wenige Maschinen erfüllen die Voraussetzung, um London City anfliegen zu dürfen. Diese Maschinen müssen gute Kurzstarteigenschaften haben und sie müssen vor allen Dingen die extrem strengen Lärmschutzbestimmungen erfüllen."

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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