20.11.2009
FLUG REVUE

LBA erteilt Air Berlin erhält erste GLS-ZulassungLBA erteilt Air Berlin weltweit erste Zulassung für GLS-Instrumentenanflüge

Das Luftfahrt-Bundesamt hat der deutschen Fluggesellschaft Air Berlin die erste Zulassung für Schlechtwetteranflüge mit Hilfe der Satellitennavigation erteilt. Die neue Technik GLS kommt ab sofort in Bremen und Malaga zum Einsatz.<br />

Als weltweit erste Fluggesellschaft habe Air Berlin die Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes (LBA) erhalten, auf ihren Flügen GLS-Technik zu nutzen, teilte das Unternehmen heute mit. Die satellitengestützte Navigationstechnik sei bereits seit 2008 von Air Berlin getestet worden. Künftig dürfe sie nun auch im regulären Flugbetrieb eingesetzt werden. Damit sei die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft internationaler Vorreiter.

Mit dem satellitengestützten Global Position Landing System (GLS) seien hochpräzise Anflüge und punktgenaue Landungen möglich. Im Vergleich zum herkömmlichen Instrumentenlandesystem (ILS), das auf Radiowellen basiere, sei die Navigation jedoch flexibler. Dies mache Landeanflüge effizienter, komfortabler und leiser. Darüber hinaus bietet die Technik ein erhebliches Kostensparpotential.

„Unsere Tests der satellitenbasierten Anflugverfahren waren so erfolgreich, dass wir von der Zukunftsfähigkeit von GLS im weltweiten Luftverkehr überzeugt sind“, kommentierte Marc Altenscheidt, Boeing-Flottenchef bei Air Berlin, die Zulassung des Luftfahrtbundesamtes für die Airline. Die Genehmigung wurde zunächst für Landeanflüge nach CAT I erteilt.

Die GLS-Satellitendaten werden beim verwendeten GBAS (Ground based Augmentation System - bodengestütztes Verbesserungssystem) ständig durch einen Referenzsender am Boden überprüft und erhalten dadurch eine sehr hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit.

„In Zukunft soll GBAS das konventionelle Instrumentenlandesystem (ILS) ablösen, da es keinen Beeinträchtigungen durch Wetter oder Hindernissen unterliegt“, so Frank Brenner, Leiter des Geschäftsbereiches Center der Deutschen Flugsicherung (DFS). Es handele sich um eine Schlüsseltechnologie, um die Flugverkehrskapazitäten zu erhöhen.

Die von Honeywell gebaute GBAS Station in Bremen sei seit 2008 im Testbetrieb und habe die Freigabe zum Regelbetrieb mit der Musterzulassung der Federal Aviation Administration im September 2009 erhalten. Das benötigte deutsche Zertifikat zur uneingeschränkten CAT I Minimum Nutzung für Präzisionsanflüge werde nach abschließenden Testmessungen bis 2010 erwartet. Auch an einer GBAS Nutzung für CAT II und CAT III Wetterbedingungen werde seitens der DFS gearbeitet.

Wie Air Berlin auf Nachfrage der FLUG REVUE mitteilte, werden GLS-Anflüge zunächst in Bremen und Malaga genutzt. Der Flughafen München bereite ebenfalls eigene GLS-Anflüge vor. Alle seit Juni 2007 an Air Berlin gelieferten Boeings der Typen 737-700 und -800 seien bereits GLS-fähig.




  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2016

FLUG REVUE
12/2016
07.11.2016

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Neue Junkers F 13 fliegt
- Dreiteilung airberlin
- Flughafen Lyon
- Erprobung Pilatus PC-24
- Wonsan Air Festival
- Brennstoffzellen im Alltagstest
- Extra Raumfahrt

aerokurier iPad-App