16.05.2013
aero.de

Lion Air Unfall: Piloten brachen Anflug zu spät ab

Eingeschränkte Sicht und menschliches Versagen dürften die Erklärung für den missglückten Anflug einer Boeing 737-800 auf den Flughafen von Bali sein, der letztlich im Meer endete.

Lion Air Unfall Boeing 737-800

Unfall einer Lion Air Boeing 737-800 in Bali. Foto und Copyright: Indonesische Polizeibehörde, AAIC  

 

Die brandneue Maschine des indonesischen Günstigfliegers Lion Air (Reg.: PK-LKS) war am 13. April verunfallt. Glücklicherweise überlebten alle Insassen die Landung im Meer. Der erste Bericht der Unfallermittler des NTSC rekonstruiert den Ablauf der Ereignisse.

Die Auswertung der Flugschreiber und Voice Box deutet auf einen zu späten Abbruch des fehlgeschlagenen Anflugs hin. In einer Höhe von 900 Fuß AGL sagte der fliegende Erste Offizier, er habe die Landebahn "nicht in Sicht". 37 Sekunden später wies das EGPWS (Enhanced Ground Proximity Warning System) die Crew auf das Erreichen der Minimums bei 550 Fuß AGL hin.

Erst in einer Resthöhe von 150 Fuß AGL übernahm der Kapitän die Kontrolle über das Flugzeug. Der Erste Offizier wiederholte, dass er die Landebahn noch immer nicht sehe. Acht Sekunden später warnte das EGPWS "Twenty". Der Kapitän wollte da noch durchstarten und sagte "Go Around". Eine weitere Sekunde später setzte die Boeing auf der Wasseroberfläche auf.

Die Maschine befand sich beim Aufschlag auf das Wasser mit ausgefahrenem Fahrwerk und Klappen in Landekonfiguration. Nach Berechnungen der Ermittler verfehlte Flug JT-904 seinen Zielflughafen um gut 300 Meter.

Bei der Wasserung erlitten vier Passagiere schwerere Verletzungen. Insgesamt befanden sich 101 Passagiere und sieben Mitglieder der Besatzung an Bord. Die erst wenige Wochen alte Boeing wurde zerstört.

Auch andere Flugzeuge hatten am Unglückstag mit der durch Starkregen eingeschränkten Sicht zu kämpfen. Eine nach der Lion Air landende Crew meldete ebenfalls, dass sie keine Sicht auf die Landebahn hatte. Sie entschied sich aber rechtzeitig zum Durchstarten und führte einen erneuten, erfolgreichen Anflug auf Denpasar durch.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
aero.de / Dennis Dahlenburg


Weitere interessante Inhalte
Irische Low-Cost-Airline Ryanair streicht weitere Flüge bis März

28.09.2017 - Die Niedrigpreis-Airline will ihr Wachstum diesen Winter verlangsamen und 25 Flugzeuge weniger einsetzen. … weiter

Irische Niedrigpreisairline Ryanair stationiert weitere Flugzeuge in Frankfurt

12.09.2017 - Mehr Flugzeuge, mehr Strecken: Ryanair baut ihr Angebot ab dem Flughafen Frankfurt am Main aus. … weiter

Nur noch ein Kabinengepäckstück Ryanair ändert Handgepäckregeln

06.09.2017 - Um ihre Pünktlichkeit trotz höherer Auslastung zu verbessern, wird Ryanair ab November pro Fluggast nur noch ein Stück Handgepäck in der Kabine zulassen. Das bisher erlaubt zweite Handgepäckstück darf … weiter

Israelische Fluggesellschaft EL AL Von Deutschland und Österreich aus nach Tel Aviv

06.09.2017 - EL AL und ihre Niedrigpreistochter UP fliegen im Winter von Frankfurt, München, Wien und Berlin-Schönefeld mehrmals wöchentlich in die israelische Metropole. … weiter

Niedrigpreisriese auch am zweiten LH-Drehkreuz Ryanair nimmt München ins Programm

29.08.2017 - Ab November wird Ryanair mit dem Flughafen München einen weiteren Drehkreuzflughafen der Deutschen Lufthansa parallel bedienen. Die Iren verbinden zunächst München und Dublin. Auch von Stuttgart nach … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 11/2017

FLUG REVUE
11/2017
09.10.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- US-Firma Boom: Nachfolger der Concorde?
- Verhandlungen: Das Ende von airberlin
- Swiss: C Series im Liniendienst
- RAF & USAF: „Red Air“ mit zivilen Jets
- X-37B: Geheimer Raumgleiter der USAF