29.11.2012
FLUG REVUE

Luftfahrt-Bundesamt verzichtet auf neuen Dienst-Jet

Die oberste deutsche Luftfahrtbehörde, das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig, verzichtet auf eine Ersatzbeschaffung für ihr Dienstflugzeug, nachdem der Bundesrechnungshof bemängelte, dass der Bedarf nicht ausreichend nachgewiesen worden sei.

Beechjet 400A air to air

Das Luftfahrt-Bundesamt verzichtet nach Kritik des Bundesrechnungshofes auf die Ersatzbeschaffung ihres Beechjet 400. Das Foto zeigt ein baugleiches Flugzeug. Foto und Copyright: © Hawker Beechcraft Corporation  

 

Der Bundesrechnungshof meldet in seinem neuen Jahresbericht "Bemerkungen 2012", dass das LBA auf die Neubeschaffung eines eigenen Geschäftsreiseflugzeugs verzichte. Die Braunschweiger Behörde hatte dafür bereits einen Kostenumfang von 12 Millionen Euro angemeldet und jährliche Betriebskosten von 900000 Euro angesetzt. Außerdem hätte die Grundschulung der Piloten auf das ungenannte neue Muster 70000 Euro gekostet.

Laut Rechnungshof sei die Beschaffung bereits in den Etats für 2010 und 2011 geplant gewesen, um das bisherige Dienstflugzeug, eine 1994 gekaufte Beech 400A BeechJet (D-CLBA), zu ersetzen. Das Amt nutze das Flugzeug, um seine Flugprüfer und Inspektoren in Übung zu halten und um ihnen Flugpraxis zu verschaffen.

Der Bundesrechungshof habe beanstandet, dass die Anschaffung geplant worden sei, ohne den Bedarf nachgewiesen zu haben. Die Wirtschaftlichkeit der Beschaffung sei nicht ausreichend ermittelt worden und die Untersuchung von Alternativen weise methodische Mängel auf. 

Das Bundesverkehrsministerium als LBA-Dienstherr habe zugesagt, kein Flugzeug zu beschaffen. Stattdessen werde nun geprüft, die Beschäftigten mit Flügen auf geleasten oder "überlassenen" Flugzeugen in Übung zu halten. Hierzu würden derzeit die Vorschriften überarbeitet.

Der Rechnungshof schlug hierzu vor, auch die Nutzung anderer Flugzeuge des Bundes, die Nutzung von privaten Geschäftsreiseflugzeugen und Flugzeugen privater Fluggesellschaften und von Simulatoren zu erwägen.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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