22.08.2013
FLUG REVUE

Lufthansa: 25 Jahre Frauen im Cockpit

Erst vor 25 Jahren nahmen die ersten beiden Frauen am Steuer von Lufthansa-Linienflugzeugen Platz. Heute gehören 300 Frauen zum Cockpitpersonal der deutschen Fluggesellschaft, die sich noch mehr Bewerberinnen wünscht.

Die ersten Pilotinnen der Deutschen Lufthansa im Cockpit

Evi Hetzmannseder (links) und Nicola Lisy waren 1988 die ersten Pilotinnen im Liniendienst der Deutschen Lufthansa. Heute sind beide Flugkapitäninnen. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

In Deutschland war es eine kleine Sensation, als Evi Hetzmannseder zeitgleich mit Nicola Lisy am 23. August 1988 in Frankfurt als erste Pilotin im anfänglichen Rang eines "Zweiten Offiziers" in den Liniendienst von Lufthansa wechselte. Zuvor hatten sie die zweijährige Ausbildung zur Verkehrspilotin in Bremen und Phoenix/Arizona erfolgreich absolviert. Heute seien bei Lufthansa rund 300 Pilotinnen tätig, knapp davon 80 als Flugkapitänin, wie Lufthansa am Donnerstag mitteilte.

Allerdings liege der Frauenanteil im Cockpit von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings damit weiterhin bei nur rund sechs Prozent. Der Grund hierfür sei die falsche Annahme vieler potenzieller Bewerberinnen, die Cockpitarbeit sei nicht für Frauen geeignet. Nur etwa 20 Prozent der Bewerbungen stammten bisher von Frauen.

Im Gegensatz zu Nicola Lisy, die aus einer Pilotenfamilie stamme, gebe es bei Hetzmannseder, heute Kapitänin, keinen familiären Bezug zur Fliegerei. Der erste Flug ihres Lebens habe nach Hamburg zur Auswahlprüfung geführt. Anfängliche Karriereklippen wie der Lizenzerhalt trotz Mutterschaft hätten sich durch zusätzliches Simulatortraining und Teilzeitmodelle lösen lassen. Im Jahr 2000 seien Evi Hetzmannseder und Nicola Lisy als erste bei Lufthansa ausgebildete Pilotinnen auf den Kapitänssitz der Boeing 737 aufgestiegen. Mittlerweile fliege Hetzmannseder von München aus Langstrecke.

In der Geschichte des Fliegens hätten Frauen dagegen eine längere Tradition: Als weltweit erste Frau habe Raymonde de Laroche schon am 8. März 1910 vom Aéro-Club de France den Pilotenschein erhalten. In Deutschland habe Marga von Etzdorf seit dem 1. Februar 1928 eine Junkers F13 bei kommerziellen Passagierflügen der alten Lufthansa gesteuert.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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