10.09.2014
FLUG REVUE

Flacherer Abflug ohne LärmzunahmeLufthansa führt treibstoffsparendes Abflugverfahren ein

Ein neues, flacheres Steigflugprofil soll den Jets der Deutschen Lufthansa zum Kerosinsparen verhelfen. Die Jets fahren nun schon früher nach dem Start ihre Klappen ein und vermindern so den Widerstand.

747-8I Lufthansa Start FRA

Nach dem Abheben fahren die Lufthansa-Jets ihre Klappen künftig früher ein. Durch den dabei verminderten Widerstand sparen sie Kerosin. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Das neue, sogenannte "1000-Fuß-Acceleration-Verfahren" verändere die Schallemissionen nicht, teilte Lufthansa am Mittwoch mit. Statt bisher in 460 Metern Höhe nach dem Start flachen die Flugzeuge dabei schon in 305 Metern Höhe ihr zunächst steiles Steigflugprofil ab, beschleunigen und fahren ihre Klappen ein. Dies vermindert deren Widerstand früher und spart dadurch Kerosin.

In einjährigen Tests hat Lufthansa die Lärmentwicklung beim flacheren Abflug vermessen. Bei dieser weltweit größten Untersuchung zur Schallentwicklung eines Abflugverfahrens hätten die Messpunkte über 70.000 Lufthansa-Starts registriert, teilte Lufthansa mit. Dies entspreche mehr als der Hälfte aller Abflüge der Airline in Frankfurt. Die Auswertungen der erfassten Daten habe das "Forum Flughafen und Region" vorgenommen und dabei keine signifikanten Veränderungen in den Schallemissionen durch das veränderte Startverfahren feststellen können. Die Messergebnisse stützten die bereits vorliegenden, aufwendigen Berechnungen im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie von Lufthansa, der Technischen Universität Berlin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Auf dieser Basis habe Lufthansa entschieden, das veränderte Startverfahren ab Mittwoch deutschlandweit einzuführen und damit den weltweit etablierten Standard global umzusetzen. Viele andere Fluggesellschaften nutzten dieses Abflugverfahren schon seit Jahren, so dass es an den meisten deutschen und internationalen Flughafenstandorten bereits gängige Praxis sei, weil der Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen dabei deutlich sänken.

Die Änderung der Beschleunigungshöhe auf 1000 Fuß (305 Meter) erfolge nach den Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO. Lufthansa habe die entsprechende Genehmigung zur Änderung des Verfahrens vom Luftfahrtbundesamt und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) bereits vor längerer Zeit erhalten. Lufthansa geht davon aus, dass durch die Änderung des Verfahrens allein in Deutschland über 3000 Tonnen weniger Treibstoff pro Jahr verbraucht werden. Das entspricht rund 10000 Tonnen weniger CO2-Ausstoß.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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