03.12.2014
FLUG REVUE

Neues Niedrigpreisangebot für den touristischen VerkehrLufthansa gründet "neue Eurowings" für Langstrecken

Eine neue Lufthansa-Langstreckentochter unter dem Dach der Kölner "Wings-Gruppe" soll ab 2015 in Köln mit zunächst drei und bis zu sieben geleasten Airbus A330-200 touristische Langstrecken bedienen. Die Flugzeuge verkehren unter der veränderten Marke "Eurowings" und werden mit der Lizenz und den Besatzungen von SunExpress Deutschland betrieben.

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Ein Airbus A320 in den Farben der "neuen Eurowings" und eine A330-200, die künftig touristische Langstrecken für Eurowings bedienen soll. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Der Lufthansa-Konzern-Aufsichtsrat habe am Mittwoch für das vom Vorstand präsentierte Wings-Konzept grünes Licht gegeben und dem Leasing von bis zu sieben Flugzeugen vom Typ Airbus A330-200 für das neue Low-Cost-Angebot auf Interkontinentalstrecken zugestimmt, teilte Lufthansa am Mittwoch mit.

Unter dem Markennamen „Eurowings“ und unter einem gemeinsamen Dach sollen von Ende kommenden Jahres an die Fluggesellschaften Eurowings und Germanwings, sowie weitere Flugbetriebe in Europa mit kostengünstigen Kurz- und Langstreckenangeboten neue Kunden gewinnen und dabei "Qualität zu günstigen Preisen" bieten. Mit den privatreiseorientierten Angeboten soll die Marktposition der Airlines der Lufthansa Gruppe in ihren Heimatmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien auch bei den Punkt-zu-Punkt-Verbindungen langfristig gesichert werden.

„Die ‚neue Eurowings‘ ist unsere Antwort auf eine der großen Herausforderungen der europäischen Airline-Industrie. Wir stehen bei Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in Deutschland und Europa bereits seit vielen Jahren im harten Wettbewerb mit stark wachsenden Low Cost Airlines. Künftig wird sich diese Entwicklung auch verstärkt auf das Langstreckengeschäft ausweiten. Darauf geben wir mit der ‚neuen Eurowings‘ eine innovative Antwort und gestalten unsere Märkte“, sagte Carsten Spohr. „Innovative Konzepte mit deutlich geringeren Kosten kombiniert mit den Kompetenzen und Stärken der Lufthansa Gruppe: So lautet unser Erfolgsrezept. Unsere Angebote werden sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis sowie Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit auszeichnen“, so Spohr.

Das Konzept für die ‚neue Eurowings‘ schließt an die Übernahme von Lufthansa-Strecken durch die Konzerntochter Germanwings, deren separate Marke offenbar aufgegeben wird, nahtlos an. Anfang Januar 2015 wird die Übertragung von Lufthansa-Strecken, die nicht über die Drehkreuze Frankfurt und München führen, an Germanwings abgeschlossen sein.

Unter dem neuen Konzept werden zunächst die beiden bereits bestehenden Fluggesellschaften Germanwings und Eurowings mit ihren bisherigen Streckennetzen und Crews fliegen. Für die neuen Europa-Angebote wird die bisherige Flotte der Eurowings, die aktuell aus 23 Jets des Typs Bombardier CRJ900 besteht, zwischen Februar 2015 und März 2017 durch bis zu 23 Airbus A320 ersetzt. Dafür sind zehn neue Airbus A320 bestellt. Zusätzlich werden aus bestehenden Orders der Lufthansa Gruppe noch bis zu 13 weitere A320 an Eurowings übertragen. Die Airline wird Ende 2017 eine homogene A320-Flotte betreiben und durch die Treibstoffeffizienz der modernen Flugzeuge weitere Kostenvorteile haben. Im kommenden Jahr werden unter der Marke Eurowings weitere Europastrecken ergänzt, die aus einer neuen Eurowings-Basis außerhalb Deutschlands bedient werden sollen.

Neben den europäischen Strecken wird die ‚neue Eurowings‘ in Zusammenarbeit mit der deutsch-türkischen Fluggesellschaft SunExpress Ende 2015 auch günstige Langstreckenangebote auf den Markt bringen.

Dazu wurde mit SunExpress, einem Joint-Venture-Unternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, ein „Letter of Intent“ unterzeichnet. Demnach werden die Interkontinentalflüge unter der Marke ‚Eurowings‘ im AOC (Air Operator Certificate oder Luftverkehrsbetriebszeugnis) der SunExpress Deutschland mit Cockpit- und Kabinencrews der SunExpress Deutschland fliegen. Die ersten interkontinentalen Ziele werden unter anderem in Florida, dem Indischen Ozean und im südlichen Afrika liegen. Für diese Verbindungen kommen zunächst drei Airbus A330-200 mit jeweils 310 Sitzen zum Einsatz. Die Langstreckenflotte soll in den kommenden Jahren auf bis zu sieben Flugzeuge vom Typ A330-200 ausgeweitet werden. 

Wie beim Konzept von Germanwings wird das neue Langstreckenangebot dem Kunden die Wahlmöglichkeit zwischen den Tarifen Best, Basic und Smart geben. Heimatbasis für den Start der neuen Langstreckenflotte wird der Flughafen Köln/Bonn sein. In Köln wird zudem die kommerzielle Steuerung der Wings-Fluggesellschaften angesiedelt.



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