27.11.2014
FLUG REVUE

Kabinenluft-Studie im Airbus A321Lufthansa misst Luft auf der Kurzstrecke

Mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) untersucht die Lufthansa bis März 2015 die Kabinenluft an Bord eines Airbus A321 beim Einsatz auf Kurzstrecken.

lufthansa-kabinenluftmessung

Mit diesem Gerät wird die Qualität der Kabinenluft an Bord der Lufthansa-Flugzeuge gemessen. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Die bis März 2015 geplante Messreihe an Bord des Airbus A321 ist auf 44 Flüge angelegt und begann auf der Strecke von Frankfurt nach Marrakesch. Mit dem Ergebnissen will die Lufthansa eventuelle Verbesserungen der Kabinenluft-Qualität ermitteln. Zum Einsatz kommt ein spezieller Messkoffer, der rund 200 potenziell in der Kabinenluft vorhandene Substanzen feststellen kann und kontinuierlich Klimadaten zur allgemeinen Beschreibung der Raumluftsituation wie Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit festhält. Ein Aerosolspektrometer ermittelt den Staubanteil. Andere Komponenten des Messkoffers dienen dem Nachweis von Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Ozon und flüchtigen organischen Verbindungen (volatile organic compounds, VOC). Der Messkoffer ist während des Fluges jeweils im Cockpit installiert. Die Flugzeugkabine wird überall mit derselben Luft versorgt; daher sei das Messergebnis laut Lufthansa repräsentativ für die gesamte Luftqualität im Flugzeug.

„Schon seit einer Reihe von Jahren engagieren wir uns beim Thema Kabinenluftqualität; so nachhaltig und konsequent macht dies weltweit keine zweite Fluggesellschaft. Mit dem von Lufthansa Technik und der Medizinischen Hochschule Hannover gemeinsam entwickelten Messkoffer gehen wir einen völlig neuen Weg“, sagt Kay Kratky, Mitglied des Lufthansa-Passagevorstands und verantwortlich für Operations und das Hub Frankfurt.

Die Lufthansa hat bereits 800 Messstunden im Cockpit eines Airbus A380 absolviert und konnte dabei „keine auffällige chemische Belastung“ feststellen. Nicht nachzuweisen seien auch die neurotoxischen orthoTrikresylphosphate (o-TCP) gewesen. „Insgesamt ist eine nur geringe Konzentration an Organophosphaten nachzuweisen“, fasst Wolfgang Rosenberger vom Institut für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin der MHH zusammen. „Besonders hervorzuheben ist, dass wir gerade bei den TCP, die im Turbinenöl enthalten sind, eine sogenannte kongenerenspezifische Analytik vornehmen. Von den zehn möglichen TCP-Isomeren sehen wir keine der sechs als neurotoxisch geltenden ortho- TCP; und das mit einer Nachweisgrenze von weniger als 1 ng/m³ (1 Nanogramm (ng) = 1 Milliardstel Gramm = 10 - 12 Kilogramm),“ erläutert Rosenberger.

flugrevue.de/Patrick Hoeveler


Weitere interessante Inhalte
Nahost-Airline vergibt Cockpitjobs Qatar Airways sucht airberlin-Piloten

18.08.2017 - Kurz nach der Insolvenz-Nachricht von airberlin hat Qatar Airways in Berlin zwei Rekrutierungs-Veranstaltungen für Piloten der deutschen Fluggesellschaft angesetzt. … weiter

Ryanair will Lufthansa-Übernahme verhindern Kartellbeschwerde gegen airberlin-Hilfen

16.08.2017 - Die irische Niedrigpreisfluggesellschaft Ryanair hat bei der EU-Kommission Beschwerde gegen die Bundeshilfen für airberlin eingereicht. Die Hilfen verstießen gegen Wettbewerbsrecht und dienten nur … weiter

Flugverkehr geht weiter airberlin stellt Insolvenzantrag

15.08.2017 - Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft airberlin hat am Dienstag ein Insolvenzverfahren eröffnet. Dieser Schritt erfolgte, nachdem Großinvestor Etihad das Ende seiner finanziellen Unterstützung … weiter

Zusätzlicher Passagier bei der Landung Lufthansa: Glückliche Geburt an Bord

08.08.2017 - Mitten über dem Atlantik brachte eine Passagierin auf dem Weg von Bogota nach Frankfurt einen gesunden Jungen zur Welt. Getauft wurde der Nachwuchs nach einem der an Bord helfenden Ärzte: Nikolai. … weiter

Historischer Zweistrahler steht in Fortaleza Bund will "Landshut" nach Deutschland holen

27.07.2017 - Die 1977 durch eine Flugzeugentführung bekannt gewordene Boeing 737-200 "Landshut" soll aus Brasilien nach Deutschland gebracht, restauriert und ausgestellt werden. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 09/2017

FLUG REVUE
09/2017
07.08.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


Eurofighter: Österreich will teure Kampfjets ausmustern
G20: Gipfeltreffen der VIP-Jets
Falcon 5X: Dassaults neuer Widebody fliegt
Tiger Meet: Trainingsduell über der Bretagne
Cassini-Sonde: Nach 20 Jahren Finale am Saturn
Air Serbia: Etihad baut erfolgreich um
Erstflug am Computer: Flugzeuge im Datenstrom

Be a pilot