02.05.2013
FLUG REVUE

Lufthansa - Solide Geschäftsentwicklung im ersten Quartal

Die Deutsche Lufthansa AG hat im traditionell schwachen ersten Quartal mit minus 359 Millionen Euro ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt.

In dem operativen Ergebnis enthalten sind Restrukturierungskosten in Höhe von 64 Millionen Euro aus dem Zukunftsprogramm SCORE. Die Mehrbelastung konnte der Konzern insbesondere durch Ergebnisverbesserungen in den Geschäftsfeldern ausgleichen. Das Konzernergebnis ging aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen und einem Effekt aus Stichtagsbewertungen um 16,5 Prozent auf minus 459 Millionen Euro zurück. Der Umsatz der Lufthansa Group blieb im ersten Quartal mit 6,6 Milliarden Euro stabil.

„Unserem Ziel einer nachhaltigen Ergebnisverbesserung sind wir im ersten Quartal wieder einen Schritt näher gekommen. Fast alle Konzerngesellschaften haben ihr Ergebnis verbessert“, erklärt Simone Menne, Vorstand Finanzen und Aviation Services der Deutschen Lufthansa AG. „Mit unserem Zukunftsprogramm SCORE sind wir auf Kurs.“

Operativ erzielte der Konzern in den Geschäftsfeldern Passage Airline Gruppe, Logistik, Technik, Catering und IT-Services insgesamt eine Ergebnisverbesserung von 95 Millionen Euro. Mit einem Plus von 77 Millionen Euro erzielte die Lufthansa Passage die größte Steigerung beim operativen Ergebnis. Durch eine deutliche Reduzierung von Flügen und eine optimierte Steuerung der Kapazitäten erhöhte die Gesellschaft die Auslastung ihrer Flugzeuge im ersten Quartal auf 75,5 Prozent und steigerte gleichzeitig auch die Durchschnittserlöse. Der Streik der Lufthansa Bodenmitarbeiter am 21. März belastete das operative Ergebnis der Lufthansa Passage ebenso wie hohe Treibstoffkosten und der lange Winter, unter denen auch die übrigen Airlines der Lufthansa Group zu leiden hatten. 
Zum Ende des ersten Quartals wies die Lufthansa Passage einen operativen Verlust in Höhe von 292 Millionen Euro aus. SWISS erzielte im ersten Quartal ein operatives Ergebnis von minus 16 Millionen Euro, nach minus 3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Und Austrian Airlines verbesserte das operative Ergebnis um 11 Millionen Euro auf minus 56 Millionen Euro. Insgesamt verringerte sich der operative Verlust im Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe auf minus 363 Millionen Euro. 

Eine Verbesserung des operativen Ergebnisses erzielte die Lufthansa Group auch im Geschäftsfeld Logistik. Lufthansa Cargo steigerte unter anderem durch ein gezieltes Kapazitätsmanagement und geringere Abschreibungen den operativen Gewinn. Zum Ende des ersten Quartals betrug dieser für das Geschäftsfeld 27 Millionen Euro, ein Plus von sieben Millionen Euro. Im Geschäftsfeld Technik verbesserte sich der operative Gewinn um 16 Millionen Euro auf 81 Millionen Euro. Im Rahmen von SCORE hat Lufthansa Technik im ersten Quartal rund 200 Einzelmaßnahmen beschlossen, mit denen die Administration bis 2015 effizienter organisiert und besser auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden soll. LSG SkyChefs steigerte das operative Ergebnis um neun Millionen Euro und wies für den Zeitraum von Januar bis März einen operativen Gewinn in Höhe von drei Millionen Euro aus. Im Geschäftsfeld IT-Services erzielte Lufthansa Systems einen operativen Gewinn in Höhe von drei Millionen Euro, nach vier Millionen Euro im Vorjahresquartal.  

Angesichts der operativen Ergebnisverbesserung im ersten Quartal in den Konzerngesellschaften, der positiven SCORE-Beiträge und einer stabilen Nachfrageentwicklung im Passagiergeschäft bestätigte der Konzern seine Gewinnprognose für das Jahr 2013. Demnach soll der operative Gewinn der Lufthansa Group für 2013 das Ergebnis von 524 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr übertreffen. Die positiven Ergebnisbeiträge von SCORE dürften dennoch nicht über die Notwendigkeit weiterer Veränderungen hinweg täuschen, betonte Menne und sagte: „Im Wettbewerb mit kapitalkräftigen Konkurrenten, insbesondere aus dem Nahen und Fernen Osten, und Billigfliegern in Europa brauchen wir neue Strukturen, die es uns erlauben wieder profitabler zu wirtschaften. Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen bleibt anspruchsvoll. Wir werden diesen Weg aber mit der geforderten Konsequenz gehen und Perspektiven gestalten.“ 

Das erste Quartal 2013 in Zahlen
Der Umsatz der Lufthansa Group im ersten Quartal 2013 betrug 6,6 Milliarden Euro, 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Verkehrserlöse sanken um 0,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Insgesamt erhöhten sich die betrieblichen Erträge des Konzerns im Berichtszeitraum auf 7,2 Milliarden Euro, ein Plus von 0,3 Prozent. 

Die betrieblichen Aufwendungen haben sich im ersten Quartal um 1,7 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro erhöht. Die Treibstoffkosten stiegen um 36 Millionen Euro  auf 1,7 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,2 Prozent. In diesem Betrag enthalten ist ein negatives Preissicherungsergebnis in Höhe von 25 Millionen Euro. Die Gebühren lagen aufgrund einer geringeren Anzahl von Flügen um 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. 

Die Lufthansa Group erzielte im ersten Quartal ein operatives Ergebnis auf Vorjahrsniveau von minus 359 Millionen Euro. Das operative Ergebnis des Vorjahresquartals wurde entsprechend der veränderten Bilanzierungsvorschriften aus IAS19 zur Vergleichbarkeit um 22 Millionen Euro angepasst. Das so errechnete Ergebnis für das erste Quartal 2012 lag ebenfalls bei minus 359 Millionen Euro. 
Das Konzernergebnis lag bei minus 459 Millionen Euro, ein Rückgang um 16,5 Prozent. Neben den Kosten für Abfindungen und Ausgleichszahlungen im Zusammenhang mit dem Stellenabbau durch SCORE, waren es vor allem außerplanmäßige Abschreibungen und Bewertungseffekte, die das Ergebnis des Konzerns im ersten Quartal belasteten. Das Ergebnis pro Aktie ging auf minus einen Euro zurück.  

Lufthansa investierte im Berichtszeitraum 718 Millionen Euro. Davon entfielen 657 Millionen Euro auf die Modernisierung und Instandhaltung der Flotte. Der operative Cashflow betrug 976 Millionen Euro, der Free Cashflow (operativer Cashflow abzüglich Nettoinvestitionen) 463 Millionen Euro. Der Konzern weist für das erste Quartal eine Nettokreditverschuldung von 1,7 Milliarden Euro aus. Die Eigenkapitalquote beträgt nach Anwendung neuer Bilanzierungsvorschriften (IAS 19) nun 15,4 Prozent.



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