08.09.2015
FLUG REVUE

Weitere Streiks angekündigtLufthansa streicht 84 Flüge

Am 8. September musste die Lufthansa aufgrund des Piloten-Streiks 84 Langstreckenflüge von oder nach Frankfurt, München und Düsseldorf ausfallen lassen. Für Mittwoch drohen Streiks auf den Kurz- und Mittelstreckenverbindungen.

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Zunächst wird die Langstreckenflotte wie die Boeing 747-8 bestreikt. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Mit freiwilligen Cockpitbesatzungen können 90 Interkontinentalverbindungen durchgeführt werden. Auch die sieben geplanten Frachtflüge sollen wie geplant starten. Für Mittwoch hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) weitere Streiks angekündigt, diesmal auf den Kurz- und Mittestrecken. Auch alle Gemanwings-Flüge, mit denen die Lufthansa eigene Flüge ersetzen will, sollen bestreikt werden. Zur Begründung sagt Markus Wahl, Sprecher der VC: „Trotz des weitreichenden Angebots der VC in Höhe von 500 Mio. € gibt es keinen Einigungswillen seitens der Lufthansa. Lufthansa alleine hat es zu verantworten, dass nun jedes Tarifthema separat von uns verfolgt wird und somit auch die Frage der Übergangsversorgung isoliert betrachtet werden muss. Hierzu liegt auch weiterhin kein verbessertes und vor allem abschlussfähiges Angebot der Lufthansa vor. Infolgedessen bleibt nur festzustellen, dass die Verhandlungen zur Übergangsversorgung weiterhin gescheitert sind. Um hier zum Abschluss eines neuen Tarifvertrags zu gelangen, ist nun offensichtlich als ultima ratio nur noch der Arbeitskampf möglich.“ Die Airline hatte am 5. September ein neues Verhandlungsangebot zur Übergangsversorgung der Piloten gemacht und befristet bis zum 31.12.2015 einige Punkte angeboten: So soll Germanwings mindestens 55 Flugzeuge betreiben. Gleichzeitig fände ein weiterer Ausbau von Langstreckenflügen bei der Lufthansa CityLine bis auf die drei angekündigten Flugzeuge nicht statt, und die in Österreich ansässige Eurowings Europe verzichte auf die temporäre Stationierung von Flugzeugen in Deutschland.

Damit geht die Auseinandersetzung zwischen dem Lufthansa-Konzern und der Pilotengewerkschaft in die 13. Runde. Beide Seiten können sich nicht über die Übergangsversorgung der Cockpitbesatzungen einigen. Auch die Ausflaggung von Flugzeugen zu anderen Konzerntöchtern spielt eine Rolle. Seit der ersten Streikwelle im April war laut Reiserechtsexperten Prof. Dr. Ronald Schmid rund eine Million Passagiere von mehr als 9000 gestrichenen Flügen betroffen. Eine Entschädigung stehe ihnen bei Streiks nicht zu. Die Lufthansa will die Auswirkungen des Streiks für die Passagiere so gering wie möglich halten. Fluggäste, deren Flug streikbedingt gestrichen wird, hätten die Möglichkeit, ihren Flug kostenfrei umzubuchen oder den Flug kostenfrei zu stornieren.

flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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